Griechenland, die Schutzmächte und die Türkei
Was den Diplomaten Europa's in der Neuzeit zur unbestreitbaren Wahrheit sich aufgedrängt hat — der Zustand des immer mehr dem Ein- stürz drohenden vttomanischen Staatsgebäudeö — das hatte der scharssichtige Anssassungsgeist der neueren Hellenen, durch deu Augenschein überzeugt, schon längst erkannt. Die früheren Versuche Griechenlands (1770 — 7» und 1702—08), das nnverdieute Sclavenjoch abzuschütteln, mißlangen zwar wegen nicht kräftiger Unterstützung von außen her, eben so wurde Napoleou's Nieseuplau (181.0—11) deu gesammteil Orient, also auch die Heimat der Hellenen, von türkischer Botmäßigkeit zn befreien, durch deu Ansbruch des ihm verderbliche» Krieges gegeu Rußland vereitelt: allein die Manen der 200,000 nach dem Frieden von Kutschuk Kainardschi (1774) als Opfer mu- selmännischer Rache gemordeten Pelopvnnesier uud des edleu Rhigas Mar- tyrthum (Mai 1708) riefen das begeisterte, durch Sprache und Religion trotz Jahre langen Druckes stets cug verbunden gebliebene Volk zur blutigen Sühne abermals unter die Waffen, uud, von den thätigen Führern der zu Wien (1814) gestifteten Hetärie geleitet, brach im Jahr 1821 zuerst (Februar) in der Wallachei, später (März) im Peloponues, auf dem Festlande und auf den Inseln des Archipelagus der Befreiungskampf aus. Der Hülferuf der um ihr väterliches Erbtheil verzweifluugsvoll kämpfenden Hellenen dnrchdrang die ganze civilisirte Welt, mit lebendiger Theilnahme wurde dieses Zeichen von Griechenlands politischer Wiedergeburt begrüßt und kräftige Unterstützung wurde ihm vvu den Völkern zu Theil, obschou gleichzeitig mehre europäische Cabiucte die Mißbilligung dieses Uutcrnehmcns unverholen zn erkennen gaben.
Die Seiten des (III.) Nativnalcongresses zu Trvzene beschlossene Wahl (-/» April 1827) des Grafen Johann Capodistrias zum Statthalter und Präsidenten der provisorischen Staatsregierung Griechenlands, die Seeschlacht
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