T a g e b u c!>.
i.
Michelet's Geschichte der Revolution.
Aus Paris.
Sie erhalten diesmal Ihre Korrespondenz von einem Halbkranke», der übrigens vollkommen Zeit hat das Bett zu hüten, denn — es geschieht hier Nichts. Die Kammer fängt zwar nun nachgerade an in Bewegung zu kommen, die Arbeitzeit naht; vorerst hat sie gestern die Verhandlung über eine kleine Bankrcform angefangen; die Verhandlung über das neue llntcrrichtsgcsetz steht bevor; ebenso die über eine Dnodcz-ZMcform. Von all' dem Nächstens, für heute in Ermangelung eines Bessern die folgende Würdigung eines der neuen Gcschichtöwcrkc über die Revolution. —
Für einen Kranken ist Herrn Michelet's — „Kistmro «lo I» Revolution lnm- cm««" ein ganz guter Fund. Die Revolution in einer Harlckinsjackc — das ist freilich oft sehr böse, aber hat auch seine lustige Seite, lind deswegen, wenn Sie etwa auch unpäßlich sein sollten, lesen Sie Herrn Michelct; das wird Ihnen wohl thnn.
Die französische Revolution, oder besser die Schreckenszeit charaktcrisnt Victor Hngo, der Große, mit dem Stich-, Schlag-, Knall- und Fallwort: «jUiltre viii^t treibe — im zw'mt mnr->la»8 im ciel lileu! „Ein schwarzer Punkt in einem blauen Himmel!" Das war schon anständig, schon aller Ehren werth; aber Kinderspiel gegen meinen Krankenpfleger nnd Tröster. Herr Michelct ist die vollkommene tollgcwvrdene Phrase der Victor Hngo'schen Poesie. Sein ganzes Werk hat nur als eine letzte Ausartung der gräßlichen Unnatur, zu der die Phrase in neuester Zeit hinaufgeschraubt wurde, Bedeutung. Herr Victor Hugo ist nichts weniger als der Erfinder dieses hochtrabenden Hahncnschritts, aber einer der gewaltigsten Heroen desselben. Die Phrase ist überhaupt ein französisches Lebcnsclcmcnt und in der Geschichte Frankreichs von der größten Bedeutung. Jeder wirklich voltSthümlichc Charakter hat wenigstens eine oder ein paar Phrasen, die ihm mehr geholfen, sein Ansthcn zn erlangen nnd zu erhalten, als