Ans der Wiener Gesellschaft.
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Heimkehr. — Alt-und Neu-Wien. Nun sind sie Alle zurück! Die Einen aus den böhmischen Wäldern, wo sie auf Hirsche und Rebhühner gejagt, die Andern von den steyerischen Hochalpen, wo sie Tage lang auf die vereinsamten Gemsen gelauert, die letzten Abkömmlinge jener lustigen Heerden, die vor Jahrhunderten in Schaaren auf diesen Gebirgen gehaust, und die der Militärische Sinn der Civilisation decimirt hat. O Gemse, vergieb ihnen, denn sie wissen nicht was sie thun. Sie bedenken nicht, daß du selbst ein Bild jenes alten Nitteradels bist, der früher auf seinen felsigen Horsten so selbstzufrieden gelebt, müsstg über Berge jagte, unbekümmert um daS fleißige Hausthier, das in den Ebenen unten die Ackerfurche zog und auf der staubigen Landstraße die Waaren- ballen schleppte! Nun hat der Schuß aus der Tiefe dich wie sie aufgeschreckt; Viele, Viele, die ihr Horn stolz den Wolken zeigten, sind herabgestürzt von der Höhe und die Übriggebliebenen ziehen sich noch scheuer von den Thälern und Tiefen zurück, wo die gemeinen, fleißigen Menschen Hausen.
Auch die Frauen sind heimgekehrt — schöne Sünderinnen, die in den Bädern von Gastein, Jschl und Töplitz die schwachen Nerven in Schwefel- und Salzquellen gestärkt, lustige Büßerinnen, die im ernsten Schooße der Natur zwei, drei Monate lang den Sünden der Gesellschaft abschwuren, um bald darauf Schwur und Vorsatz leichtsinnig wieder zu vergessen. Der katholische Glaube hat unter Ven Frauen stets die eifrigsten Anhänger. In dem großen Dome der Natur gehen sie des Sommers gern zur Beichte, holen sich Ab-
Grcnzboten. l»iS. IV- 5b