Beitrag 
Tagebuch.
Seite
37
Einzelbild herunterladen
 

T a g e b u ch.

l.

Aus Wien.

Buchhändlcrvcrsammlung. — Verhandlungen. — Einfluß der schnellern Com- munication. — Aufgabe der nächsten Versammlung. — Theatermaniflstation- — „Correggio auf der Hofbühnc. — vr. Mikoiosch. — 1>r. A. Knoll. — Gene­ralsekretär Sichrowöky. — Eine Zweigbahn. — M, G. Saphir's Pension. — Pharmaceut Reisser. — Neue chemische Farbe und neues Papier. — Falsche

Banknoten.

Die für den 2l). August angesagte Versammlung österreichischer Buchhändler, welche wegen Zusammentreffen mehrerer Hindernisse ver­schoben worden war, hat nun wirklich stattgefunden. Am ll>. Sep­tember fand die erste Versammlung im Consistorialsaale des hiesigen Universttatsgebäudes Statt, wozu Buchhändler aus Pesth, Prag, Preß­burg, Lemberg, Ollmütz, Brunn, Klausenburg, Klagenfurt, Grätz, Jnnsbrnck, Jglau, Linz u. f. w., so wie sämmtliche hicrortige Buch- handler und selbst einige Buchdrucker, in ihrer Eigenschaft als Ver­leger, eingetroffen waren. Ehrlich aus Prag wurde durch Stimmen­mehrheit zum Präsidenten der Versammlung erwählt und die Herren Hartleben aus Pesth und Beck aus Wien zu Secretären. Herr Gerold aus Wien begrüßte die fremden College» mit herzlich warmer Rede und ihm wurde von Seite derselben durch Herrn Milkowskv aus Lemberg dankend erwidert. Die Berathungen, welche sich indeß lediglich auf die materiellen Interessen des Buchhandels be­schränkten, wurden an den beiden darauf folgenden Tagen fortgesetzt und sind jedenfalls nur als Vorbereitungen zu betrachten, deren ent­scheidende Resultate erst in der Folge reifen dürften. Nabbat, Ab­rechnungszeit, Frachtfreiheit ausländischer Sendungen, Commissions- wesen und dergl. bildeten die Hauptgegenstände der Erörterung, in welchen sich ein rühmcnswerther Geist der Collegialität offenbarte, der nur fast eine allzu kastenmäßige Ausschlicßlichkcit zu athmen schien. Mit Recht wundert sich ein hiesiges Blatt, daß zu dem Festessen der Buchhändler beim Sperl, zu welchem doch auch Nichtbuchhändler als Ehrengäste geladen worden, keine Schriftsteller gebeten wurden, da doch diese in einem ziemlich innigen Verhältniß zum Büchcrverkehr stehen und die treibende Wurzel des ganzen Baumes sind. Allein