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Paris vom Pére Lachaise aus.
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Paris vom P<;re Lachaise aus.

Rings blühen Gärten auf aus dürren Herzen, Aus grauen Mumien goldner Titel Pracht.

Dingelstcdt.

Alls dem höchsten Standpunkte des Pvre Lachaise angelangt, erblickt man ganz Paris zu seinen Füßen, von wo einem die öffent­lichen Monumente dieser Hauptstadt bedeutungsvoll entgegcnragen; sie, welche die Verkündiger der neuern wie ältern Geschichte Frank­reichs sind, die stummen Zeugen des Treibens der Pariser Welt, die durch ihre Tollheiten, ihre Gräuel, ihre Moden, ihre Mängel und Vorzüge, ihre Tugenden und Laster so berühmt geworden; und selbst der Pore Lachaise muß diesen Monumenten beigezählt werden.

Ein Friedhof und zugleich ein Lustgarten, unter dessen Boden das Reich der Gleichheit wohnt, dessen Oberfläche jedoch das stolze Gepräge eitler Auszeichnung zur Schau trägt; denn in diesem Cy- pressenhaine erheben sich anmaßend, neben bescheidenen schwarzen Kreu­zen aus Holz, oder einfachen Platten von Sandstein, hohe Pyrami­den, Obelisken und Marmorsäulen und an der Seite prachtvoll er­bauter Familiengrüfte stehen mit Blumen blos verzierte Grabeöhügel. Ja, selbst an diesem Orte der ewigen Ruhe wollen die Nangsstufen sich noch geltend machen, auch dort will der Staub des ehedem Mächtigen oder Vornehmen einen Vorzug genießen. Eitles Trach­ten! goldene Buchstaben in Granit oder Marmor gegraben, glänzen zwar die Augen blendend in den Sonnenstrahlen, aber man weiß, daß all' diese herrlichen Grabesmonumentc nur Staub, der sich mit der Erde mischt und zur Erde wird, bedecken; man weiß, daß zwi­schen dem Staube des Reichen und deS Armen kein Unterschied mehr ist, daß alle unterirdischen Bewohner des Pi-re Lachaise durch dieselbe

Greiijboten, 1855, III. 58