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Buchhändlerversammlung. — Poliglortcn - Literatur Oesterreichs. — Deutsch- thum in Italien. — Türkisch-deutsches Idiom. — Aristokratischer Krieg gegen ein Festessen. — Erfolge der Industrieausstellung. — Amnestie. — Männergesangverein. — Wirkung des Beethovcnfestes. — Hofoperntheaterpächter. — Theater. — Collcgialische Denunciation. — Adolph Broda.
Im August versammeln sich hier die österreichischen Buchhändler, um sich über die geeigneten Maßregeln zu berathen, die zu ergreifen wären, um den literarischen Verkehr des Kaiserstaates zu heben und dessen Verhältnisse zu regeln. Lange konnte man nicht die Genehmigung der Hofstudiencommission erhalten, zu deren Ressort diese Sache gehört, denn wahrscheinlich besorgte man eine Petition, die sich in Erstrebung zeitgemäßerer Prcßzustände dem Eollcctivgesuch der österreichischen Schriftsteller anschlösse und den Ruf nach Lösung der schweren Geistesfesseln nur noch verstarken wolle. Allein da scheint man sich gewaltig geirrt zu haben, denn die Mehrzahl unserer Buchhändler ist weit entfernt, solch' radicale Mittel in Vorschlag zu bringen; es sind ehrliche Krämerseelen, die ihre Sortimentsgeschäfte, weniger schi- kanirt als jetzt, sortbetreiben wollen und verdammt wenig darauf halten, ob in Oesterreich selbst ein Verlag entstehen soll, der sich nicht seiner Existenz zu schämen braucht, wenn sie nur ihre Zinsen einstreichen rönnen und das Ausland gangbare Artikel aus der Presse liefert. Vermuthlich ist der Buchhandlerversammlung ein Discussions- reglement bestimmt worden, nach dem sie sich richten muß und welches jede mißliebige Abweichung verhüten wird. Indeß breitet sich der erwähnten Versammlung auch ohne Erörterung von Prinzipienfragen noch ein weites Feld der Thätigkeit entgegen, indem die verschiedenartigsten Elemente der Poliglotten-Literatur Oesterreichs hier ihre Vertreter finden und die Leichtigkeit des Bezugs durch derlei persönliche Rücksprache in Zukunft ohne Zweifel ansehnlich gewinnen muß. Seit die Volkssprachen in dem bunten Kaiserstaate sich literarisch zu regen ansingen, hat der Buchhandel innerhalb der Landesgrenzen nicht wenig an Wichtigkeit und Ausdehnung gewonnen; selbst in Italien, das doch von jeher der deutschen Literatur so gut als verschlossen war, zei-