T a g e b u ch.
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Aus Cöln am Rhein.
Der englische Besuch. — Ein Gesalbter des Herrn. — Militärfreuden. — F. Lißt. — Der Budget der Stadt. — Die Kunstausstellung.
„Hoffen und Harren macht Manchen zum Narren," sagt ein Sprichwort, das sich auf Viele in und um Cöln in diesem Momente anwenden laßt, denn was erhoffen und erharren sie nicht in den nächsten vierzehn Tagen, in welchen die Königin von England dem Könige von Preußen einen Besuch am Rhein abstatten wird. Daß dieser hohe Besuch der Gegenstand aller geheimen und öffentlichen Besprechungen, versteht sich von selbst. Uns freut es, daß man ob den geklönten Häuptern eimn wahrhaft Gesalbten des Herrn — wir meinen den einzigen Meister Beethoven, nicht vergißt. Am 11. August wird die feierliche Inauguration seines Standbildes in seiner Geburtsstadt Bonn stattfinden und zwar unter allen nur erdenklichen Festlichkeiten, mit den förmlichsten Iweckessen, die nun einmal zu den charakteristischen Kennzeichen des neunzehnten Jahrhunderts gehören und so clo i-i^ueui- sind, daß man in Bonn eher die Enthüllung des Monumentes daran gäbe, als die Zweckessen. Die Königin von England wird vor dem 11. August London nicht verlassen und in Aachen von ihrem königlichen Wirthe empfangen werden, um sie nach dem zwei Stunden von hier gelegenen Lustschlosse Brühl zu geleiten, wo sie mit ihrem großen glänzenden Gefolge, da sie in Preußen als Königin von England reisen wird, absteigt. Bei ihrer Ankunft in Cöln werden rings von den Wallen die Kanonen donnern und die Geschützsalven so lange währen, bis sie in Brühl angekommen. Ich könnte den Grenzboten nun in aller Bequemlichkeit eine Abschrift des Festprogramms mittheilen, doch werden sie darauf verzichten müssen, da Abschreiben eine-meiner größten Antipathien ist — auch haben sie dabei nicht viel verloren, indem derartige Festivitäten sich allenthalben gleich sehen und allenthalben das Verdienst haben, daß sie viel Geld kosten. Ohne Paraden ist kein preußisches Fest denkbar, denn wofür hatte
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