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Meine Auswanderung aus Oesterreich.
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Meine Auswanderung aus Oesterreich.

Von »r. Carl Herloßsohn.

Als Sie mich, lieber Kuranda, letzthin aufforderten, mich bei der Sammlung für die Ueberschwemmten in Prag, unserer gemein­samen Vaterstadt, zu betheiligen, erinnerte ich mich wieder einmal, daß ich ein Prager bin. Mißdeuten Sie das nicht: ich denke wohl öfter daran, als die Prager sich entsinnen, daß ich eigentlich der Ihrige. Ich bin nirgends so fremd geworden, als in meiner Vater­stadt. Davon später.

Ich wollte Ihnen erzählen, wie ich nach Leipzig kam. Das geschah vor mehr als neunzehn Jahren. Es war im November 1825, an einem düstern Sonntagsnachmittag, ich warf das Lineal, womit ich als Hauslehrer meine wilden Zöglinge strafte, und die Feder, mit welcher ich als überflüssiger Amtsschreiber deutsche und böhmische Acten kalligraphirte, von mir, mein treuester Freund, E. K., lag hoffnungslos an der Schwindsucht darnieder — ich konnte ihn nicht sterben sehen — im Nordwesten über dem Schaafstalle des MeierhofeS glänzte ein Heller Stern, drüben rauschte die Moldau und zog nach Norden, ich schnürte mein Bündel, fuhr mir mit der flachen Hand über die Augen und verließ das Dorf Dewit) bei der Scharka, wo ich drei Jahre gehaust, und schritt gen Prag. Ein Bauernjunge, in den Wochentagen Ochsenhirt, Sonntags aber Stra­ßenjüngling von Dewitz, trug meine Kleider und Manuscripte, ohne unter der Last zu erliegen. Die Aussicht in der Heimath war für mich trostlos, ich konnte es allenfalls bis zu einem lebenslänglichen Amtsschreiber auf den Domcapitular-Herrschaften bringen, der Abt der Prämonstratenser, Pfei..., mein ehemaliger Lehrer'nach Bol-- zano's Suspension, den ich um Hilfe anging, hatte mich zwei

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