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E. M. Arndt und seine lieben Deutschen.
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G. M. Arndt nnd feine liebe»» Dentschen.

Wir Alle, die wir seit Jahrzehnte» daS politische Leben Deutsch­lands mitleben, nennen Moritz Arndt nnter den Vorbildern des ech­ten Patriotismus und als Typus des consequente» politischen Wol- lens. UnS Allen, die wir studirt haben, klingen beim Namen Arndt'S jene wundersam poetische» Stunden wieder, die wir verlebten ün Kreise froher u»d dennoch mit tiesinnerster Seele ernst strebender Genosse», und in denen wir Arndt's Lieder, wie Verheißungen einer herrlichsten Zukunft jubelten. Aber im Dräugen der Neuzeit, wie sie so urplötzlich großwuchs für Deutschland aus der französische» Juliusrevolution, war unö dennoch kein recht deutlich Bild davon geworden, wie und auf welche Weise dieser Mann gewirkt, gerungen und gelitten in einer Zeit, die fast wie eine abgethane Geschichts­epoche weit hinter unö liegt und aus der wir dennoch Alle, weil die heutige Zeit daraus wurde, in all' unsern? politischen Leben her­auswuchsen. Wir wußten meistens nur, daß Ernst Moritz Arndt zuerst Professor in GreifSwalde war und dann reiste und dann nach Schwede» flüchten mußte vor Napoleon, desse» französischen Erobe­rungen in Deutschland er fort und fort das scharfschneidige Schwert seines Wortes entgegengehalten hatte. Wir wußten meistens nur, daß er dann in de» Jahre» 1813 181!', urkräftig mitgewirkt hatte für die Erhebung des Volles aus seiner niedrigen Erschlaffung und aus seiner erschlafften Niedrigkeit. Wir hatten nur beiläufig erfah­ren, wie er dann wieder Professor der Geschichte in Bonn gewor­den, und wie deutsche Machthaber ihm 1820 dennoch von Neuein aus seinem Wirken eine Anklage gemacht und ihn herausgerissen hatten aus seinem Amte. Und dann, als König Friedrich Wilhelm IV.

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