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Zum ersten Male bei den Assisen.
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Zum ersten Male bei den Assisen.

Von einem Reisenden.

Ich frühstückte eben im Wirthshause einer ansehnlichen Nhein- stavt; an dein einen Tische tranken einige Bauern ihren Mvrgen­kaffee aus einer ungeheuern Kanne, an dein andern erhoben sich ein Paar wohlgekleidete Bürger nnd bezahlten. Seid Ihr Zeugen? sagte einer zu den Bauern. - Ja. Dann habt Ihr Zeit; eS

wird gleich angehen. Adjes. -...... Ist daö ein Regen! brummte einer

von den Landleuten im breitesten Dialekt; die Her kvst't mich bald ein Paar Sohlen. Ich fragte den Wirth und hörte, es komme ein Criminalfall vor die Assisen, und der Gerichtshof sei gleich ne­benan. Ich sprang natürlich hinüber, mit klopfendem Herzen, und war früher an Ort und Stelle, als Zeugen, Geschworene -und Nich­ter. Nur einige GenSdarmen und Soldaten waren zugegen und einer halte seine preußische Mütze der Sphinr vor den Schranken schief aufs Ohr gesetzt. Allmälig sammelten sich einzelne Zuschauer und Geschworene, dann kamen die Richter in ihren Nvben, dann wurde der Angeklagte, der Juri gegenüber, auf die Bank hinter dem halbmannshohen Holzgitler gesetzt. Aenßerlich hatte der Saal nichts JmponirendeS, er war ohne allen Schmuck, der Boden etwas staubig, wie in einer Schulstube; in der That erinnerten mich Ort und Stimmung an das Eramen vor einem besonders gestrengen Pro­fessor, wie es jährlich auf österreichischen Universitäten zu sehen ist. Da pflegt unter den Zuschauern ebenfalls eine peinliche Spannung zu herrschen, denn von dem ernsthaften Frag- und Antwortspiel hängt oft die Zukunft eines jungen Manneö ab. Diese Prüfungen sind selbst in Oesterreich öffentlich; warum nicht die schwerern und wich­tigern, wo es sich um Ehr oder Schande, Nuhe oder Verderben mancher Familie handelt? Die Formalitäten waren einfach, aber