Adolph Broda — ein Menschenleben.
Erleuchten könnten meines Seins Gebäude Genüsse, die da steh'n als dunkle Kerzen, Und nur den Funken brauchten inn'rer Freude. Heinrich Landesmann.
Wir haben auch in Deutschland eine Stadt wie Paris, wo in den Wogen der Freuden oder der Leiden manches schöne Juwel zu Grunde geht, lind diese Stadt ist Wien; aber wir haben noch nicht die liebevollen Taucher, wie St. Beuve einer ist, der hinabsteigt in die Tiefen des Elends und die verlorenen, vergessenen Kleinode wieder hervorsucht und in ihrem reinsten Glänze dem Gedächtniß der Nachwelt aufbewahrt. — Es ist wahrhaft rührend, wie St. Beuve, Masson, selbst Victor Hugo und viele Andere, sich alle mögliche Mühe geben, an den Todten, Verlorenen, wieder gut zu machen, was das Leben an ihnen verschuldete, einen Strahl zu retten von dem, was vielleicht hätte eine Sonne werden können; ich meine ihre Erinnerungen an verschiedene, theils in Elend, theils in übersprudelnden Leidenschaften früh hingegangene Dichterseelen. — Sie fragen nicht Militärisch: Welche Werke hat er geschaffen, wie und wann hat er Einfluß geübt auf die Literatur u. s. w., sie fragen nur: War sein Geist ein so edler, war seine Seele, wenn wir den schmutzigen Mantel, den ihm das Leben umwars, wegnehmen, eine so schöne, daß sich unsere Kinder an dem gereinigten Bilde, das wir im Pantheon aufhängen, erfreuen und erheben könneil? Sie fragen nicht: War er ein Dichter? sie fragen: War er selbst ein Gedicht, ein Gedicht des Weltgeistes?
Auch ich weiß einen jnngen Todten, der es wie Umbert Gallois, oder wie Hegesippe Moreau, oder wie Elise Mercoeur, verdient, daß man über'ö Grab hinaus seinen Namen rufe, denn sein Geist war ein Dichter, und sein Leben bald ein wildwehmüthiges Zigeu-
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