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Literarische Gespräche : Oesterreichische Lyrik. - Der Referent, ein Leser, ein Publicist.
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Literarische Gespräche.

Oesterreichische Lyrik. Der Referent, ein Leser, ein Publicist.

Leser. Aha! Oesterreichische Lyrik! Schon wieder auf Ihrem Steckenpferd!

Referent. Bitte, wenn Sie das Thema langweilt Leser. Nein, nein, erzählen Sie; ich habe nichts gegen die Oesterreicher. Aber geben Sie Acht, daß die Geister dieses bestaub­ten Bücherhaufens auf Ihrem Tische Sie nicht einst zur Rechenschaft ziehen. Ich weiß manche bedeurende Literaturerscheinung, die Sie kaum mit einem flüchtigen Gruß bedachten; wie aber ein Donau- oder Moldaufänger austaucht, gleich stürzen Sie sich in seitenlange Abhandlungen. Ist das nicht Parteilichkeit?

Referent. Wie man'ö nimmt. Ich halte mich an das, was ich am ehesten zu verstehen glaube. Zu dieser Parteilichkeit will ich mich bekennen.

Leser. Ach was! Ein Kritiker muß Alles verstehen

Referent. Oder doch über Alles schreiben?

Leser. Nein, mehr als verstehen, er muß Alles mit Einem Blick ergründen, wie der Arzt die Natur des Patienten, muß über Alles aus dem Stegreif sprechen können; wie eine Repetiruhr muß er sein: sobald man anfragt, gleich sagt er, wie viel'ö geschlagen hat. Sonst offen gesagt sonst ist er nur ein gebildeter Leser, wie unsereins.

Referent (lachend). Nur ein gebildeter Leser?! Wäre er doch immer das!

Leser. Gebt ihr euch einmal für Literaten aus, so commandirt die Literatur. Es ist recht komisch, daß der Laie Einem vom Fach

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