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Justus Möser im Gegensatz zur modernen Publicistik.
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I u st n s Möser

im Gegensatz zur modernen Publicistik.

Das jugendliche Alter hat gerade vor Nichts mehr Abscheu, als vor alle dem, was wirklich ist. Man rede ihm von der Macht der Verhältnisse, man wird sich gründlich verachtet sehen, man spreche ihm von der Nothwendigkeit der Einordnung in das Leben und sei­nen Organismus, man wird sich für begeisterungslos und engherzig verschrien hören. Die Jugend ist der Cultus des Ich, — heilig ist die eigene Persönlichkeit und alles Andere mir soweit es sich dieser unterordnet. Wie ich will, daß die Welt in meinem Kopfe sich spiegle, so allein ist sie wahr, so soll sie sein und ich will und werde sie dazu machen. Der Skepticismus des Alters schreckt mich nicht; die Jugend — heißt es — ist viel zu unmittelbar in sich selber ver­senkt, als daß eine Berechtigung außerhalb ihrer, ein andres Recht als ihr eignes vor ihr Bestand haben sollte. In der Naturnothwen­digkeit der Pflanze, in dem dunkeln Triebe des Wachseils gibt es keine Jugend, aber im Menschen ist diese Naturnotwendigkeit zu einem Gesetz der Freiheit verklärt. Der Mensch ist nicht nur und wird nicht nur der, welcher er ist, er muß sich dazu gemacht, sich selber ausgearbeitet haben, er ist Kunstwerk und Künstler in Einem. — Und dieser ganze Bildungsgang bis zum reifen und vollendeten Manne, dem eigentlichen Kunstwerke, ist eine Reihe der mannichfal- tigsten Versuche, der Welt mächtig zu werden und der Gegenständ­lichkeit das rechte Verständniß abzuringen. Ehe aber die rechte Mitte gefunden wird, das wahrhaft organische Verhältniß zwischen dem Ich und dem Nichtich, unternehmen es nach einander beide, eines das andere zu unterwerfen. Ist das Kind selbstlos der Welt gegenüber, so ist der Jüngling ebenso einseitig selbstisch und tvrannisirt Wirklich­keit und Wahrheit. Ein gewaltiger Ingrimm gegen alles Aeußere