Die Marquise von Billette.
Erlauben Sie mir einige Worte über dies neue Stück der Frau CharlotteBirch-Pfeiffer, welches ich in Dresden habe aufführen sehn. Es knüpfen sich daran wohl einige weitere Bemerkungen und Folgerungen, welche dem Wesen Ihrer Blätter näher stehn alö Theatercmgele- gcnheiten. Theaterangelegenheiten, heißt es bereits in manchen Zeitungen, fangen wieder an zu überwuchern, als sollten wir in die Zeit zurückgeführt werden, da die Abendzeitung noch für interessant galt. Ist dies nicht ein Irrthum? Wird da nicht ein unüberlegter Mißbrauch mit Stichwörtern getrieben? Hat nicht das Stichwort „Theaterangelegenheit" längst seinen Charakter geändert? Einst hatte es weiter Nichts zu bedeuten, als Angelegenheit der Schauspieler. Die sogenannten darstellenden Künstler, zu denen sich der geringste Mime rechnete, waren das Ein und Alles der Berichte. Das literarische Werk, das politische Moment verschwanden dahinter. Ist nicht dies schon ganz anders geworden? Man fragt nur noch um Hauptpersonen, um bedeutende Fassung, um Bedeutung überhaupt. Die bloße Theatcrnotiz, die bloße Curiosität ist längst verschwunden. Und unter welch veränderten Umständen tritt übrigens die Theaterangelegenheit jetzt auf in öffentlichen Blättern! Als ein wichtiges Bereich neuer literarischer Schövfung, als ein glücklich wiedercroberter Punkt, in welchem Literatur und Nation in unmittelbare Wechselwirkung treten. Sollte man nicht mit besserem Recht behaupten können: die gedankenlose Klatscherei weilt jetzt bei denen, welche unter so veränderten Umständen alte Stichwörter wiederholen und welche ein größeres Genüge darin finden, die kleine Zeitungsnotiz zehnmal wiederzudrucken, als einem selbständigen Urtheil nachzutrachten über
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