T a g e b u ch.
i.
Aus Pari«.
Das Vaudevillc und die Kammer. — Guizot als Robert der Teufel. — Französische Backhandel. — Was der Bundestag von einem Kinderballct zu fürchten hat. — Madame Weiß als Hochverratherin. — Der Ball bei .Rothschild. — Die Wiener in Paris. — Die alten Zeiten kehren wieder. — Hamlet und die Legitimisten. — Ein Lübecker als Held eines Mystörc de Paris. — Molivrc. — Professor und Stiefelputzer. —
Mehr als ein Dutzend neuer Vaudevilles und Dramen sind seil dem neuen Jahre an den verschiedenen Theatern hier aufgeführt worden: kcins aber ist so dumm, so nichtssagend, so langweilig wie das miserable Vaudcville in der Kammer, wo Molv, Thiers, St. Marc Girardin und ein ganzes Chor anderer Komödianten die abgeschmacktesten Couplets singen mit demselben Refrain: Maroco, Pritchard, Pritchard, Maroco! Wäre nur irgend ein Prinzip, eine Fortschrittsidee, ein einziges mit der Geschichte der Zeit, mit der Zukunft öder Vergangenheit der Nation — der Menschheit will ich gar nicht sagen — zusammenhangendes Haar daran, noch so dünn, noch so schwach, so würde man der Opposition, der Coalition oder sonst einer Sorte Zion mit beiden Handen zuklatschen, daß sie uns von diesem ewigen Guizot, von diesem Stundenzeiger, der noch immer auf die Zwanziger Jahre hinweist, befreien will. Aber mit diesen hohlen Zuckerröhren blast man keinen Mann weg, der wenigstens das Verdienst hat, ein ehrlicher zu sein. In die Mitte dieses ganzen Höllenchors tritt Guizot wie Robert der Teufel mit seinem grünen Friedenszwcig und singt: Sollte ich wegen einer lumpigen Entschädigung von 25,000 Franken, die dieser Pritchard bekömmt, einen Krieg mit England beginnen lassen? Und stehe, diese einfache Arie zerstreut den ganzen Teufelsspuk. Guizot- Robert singt im Turnier, der Vorhang fällt und ein ganzes Jahr geht wieder vorüber, wahrend dessen Frankreich abermals in demselben Gleise