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Die Franzenveste bei Brixen :
(aus dem Tagebuch eines reisenden Militärs.)
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Die Franzensveste bei Brixen.

(Aus dem Tagebuche eines reisenden Militärs.)

Auf dem Wege über den Brenner, zwischen Sterzing und Briren, eine kleine Stunde von diesem letztern Ort, kommt man an den Wer­ken vorbei, welche diese Straße sperren, das Eisakthal beherrschen und diesen strategisch höchst wichtigen Punkt sichern sollen. Niemand wird seine Bedeutung in Abrede stellen, wenn er bedenkt, daß hier sich die drei nördlich aus Deutschland über den Brenner, aus Italien vom Garda-See und Etschthale über Trient und östlich aus Kcirn- then über Dennburg kommenden Hauptstraßen in Briren vereinigen. Er ist als der Stützpunkt anzusehen, von dessen Besitz die Sicherheit aller Operationen zwischen Italien und Deutschland abhängt; er kann gewissermaßen das Hypomochlium genannt werden, von dem die Hebelarme ausgehen, welche die kriegerischen Kraftentwicklungen auf beiden Seiten der Alpen, im Etsch- und Donau-Thale, bedingen.

Die Befestigung selbst besteht aus zwei abgesonderten, geschlosse­nen Forts, jedes aus einem System kasematttrter und crenaillirter Werke zusammengesetzt, deren fester, kunstreicher, und zweckmäßiger Bau wirklich Bewunderung verdient, und welche auch vollkommen ihrem Zwecke, der Sperrung des Passes zu entsprechen scheinen, insofern man nämlich als Ariom annimmt, daß derselbe nicht mit leichter Infanterie umgangen werden könne, wovon sich zu überzeugen eine genauere Untersuchung des Terrains, als uns die Zeit unseres Auf­enthaltes gestattete, nothwendig gewesen wäre.

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