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Zwölf Tage im Gefängniß :
(aus einem Privatschreiben Josef Rank´s.)
Seite
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Zwölf Tage im Gefängniß.

s?lus einem Privatschrcibcn Josef Rank'S. ')

Gelt, lieber Alter, hast lange warten müssen, bis ich Deinem wiederholten Wunsche, Dir mein Reiseerlebniß mitzutheilen, entgegen, komme. Ich wollte Nichtö mehr vermeiden, als von meinen erste» Wallungen Nutzen zu ziehen, Dich in Nnmuth aufzuwiegeln. Mir war darum zu thun, daß ich Dinge erst mit kühlem Blute betrachten lerne, die ich mit aller Hitze und Schwermuth zuvor durchleben mußte. Aber dazu brauchte ich volle GemülhSruhe. Diese genieße ich nun wieder. Es sind Dir seitdem viele zerrissene Nachrichten bunt durcheinander zugeflogen tausche sie hier gegen die einfache klare Mittheilung Deines Freundes aus, der den ganzen Vorfall doch am besten wissen muß. . . Meine letzten Briefe haben Dir meinen Sommcraufenthalt in Döbling bei Wien geschildert; wie mir dort in idyllischer Einsamkeit auch etwas Diplomatisches nachkam (indem der portugiesische -Botschafter Saldanha nebst Familie ein Haus mit mir bewohnte und einen Garten mit mir theilte); wie ich meine freien Stunden dort mit allerlei Zerstreuungen hinbrachte; und wie ich endlich mit einem jungen Mitgliede der Leipziger Oper meine Reise beschloß. Am 24. Juli gegen Mitternacht hielt unser Wageil am Thore Prags. Ich gab wie der harmloseste Passagier meinen (nur für Oesterreich giltigen) Paß ab und ließ ihn mir deö folgen­den Tages von derStadt Wien", meinem Gasthofe, aus nebst ei-

*) Da in letzter Zeit so viel Widersprechendes von Rank und seinem Ver­höre in den Journalen stand, soglanbe ich, ohne eine Jndiscretion zu begehen, den folgenden interessanten Brief Ihnen zur Benützung mittheilen zu dürfen; es ist zwar ein Privatschreiben, enthält aber keine Geheimnisse, welche die Oeffcntlichkeit zu scheuen hätten.

Bemerkung des Einsenders.