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Die slavischen Tendenzen in Böhmen.
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Die slavische»» Tendenzen in Böhme»»*).

E6 ist ein nicht zu verzeihender Irrthum deö Grafen Leo Thun, wenn derselbe das Bestehen deö PanslaviömuS in seiner Broschüre über den gegenwärtigen Zustand der böhmischen Lite­ratur und ihre Bedeutung" gänzlich in Abrede stellt, indem er meint:Deutschland, ein zusammenhängendes, abgerundetes Gebiet, wird von einem Volke bewohnt, das alle Perioden seiner Entwicke­lung gemeinschaftlich bestanden, unter dem stets nur eine Sprache geherrscht hat: und doch sehen wir, daß es nicht einen Staat bildet, sondern sogar aus einem Staat in viele zerfallen ist. Besteht un­ter diesen einige politische Gemeinschaft, oder ist man der Meinung, daß sich eine solche noch in Zukunft herstellen werde, so ist es doch offenbar, daß über den Grad und Umfang derselben niemals das deutsche Nationalgesühl allein entscheiden wird. Nicht eher und nicht mehr werden die deutschen Staaten je ihre Selbständigkeit aufgeben, als es die Interessen ihrer Völker verlangen, und immer werden von der politischen Einheit Deutschlands jene Völker sich ganz lossagen,

*) Aus dem so eben erschienenen Buche Böhmens Zukunft und Oe­sterreichs Politik. 2 Bde. Leipzig, 1844. Reclam jn». Dieses neue Buch über Oesterreich, welches im Gegensatz zu der bekannten Schrift:Ist Oesterreich deutscht" den Ausspruch thut, die Zukunft des Kaiserstaates müsse durchaus auf eine österreichisch-slavische Politik sich stützen, enthält über die slavischen Tendenzen in Böhmen Einiges, was unö neu und in einem solchen Buche von Wichtigkeit scheint. D. Red.

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