Geselliges Leben in Athen
Die attische Küste. — Der Piräus. ^- Französische Moden -in Griechenland. — Fiaker in Athen. — Altathcn und Neuathen. — Die Ruinen. — Per'ikles und die jetzige Regierung. — Malaria. — Die Gesellschaft. — Gesellige und politische Spaltungen. — Die Parteien in Griechenland. — Der König und die Königin. — Ein Ball auf dem I»tt«-xidlv.
Es ist ein Unglück, Athen gesehen zu haben. Athen ist einer jener Namen voll Zauberkraft, die Bilder in unS hervorrufen, gegen welche die Wirklichkeit weit zurückbleibt und selbst lächerlich wird. Nur die Phantasie ist im Stande, eine würdige Schaubühne für die Ereignisse, welche dieser Name vor unsere Seele treten läßt, darzustellen. Und wie plötzlich sinkt nun diese Schöpfung vor der unerbittlichen Wahrheit zusammen. Alle Jugendträume entfliehen vor dem Anblick der jetzigen Hauptstadt Griechenlands, und vergebens versucht der Geist, für die Erinnerungen der Vergangenheit einen würdigen Nahmen in der Wirklichkeit zu finden.
Das österreichische Paquetboot, aus dem ich mich am Abend vorher eingeschifft hatte, kam eine Stunde vor Sonnenaufgang Angesichts der Küsten von Attika an. Der Frühlingsmorgcn war von einer bewundernswürdigen Reinheit. Ueber uns erloschen die Sterne einer nach dem andern und der weiße Schimmer des nahenden Tages erhellte den Horizont. DaS Schiff, von einem frischen Winde getrieben, glitt schnell über das spiegelglatte Meer dahin. Tue meisten Passagiere schliefen noch und das Verdeck war fast gM! verlasseil. Nur fünf bis sechs Griechen, in ihre Mäntel gehüllt,