Shakfpeare »md kein Ende!
Der geneigte Leser weiß, daß Göthe zu seiner Zeit diese Ueber- schrift setzte. Er gestatte mir, Großes an Kleines zu knüpfen und diesen kritischen Nochschuß: „Shakspcare und kein Ende!" zu wiederholen. Früher waren es gutmüthige Phantasten, die da schric'n: „Gott ist groß, aber Shakspcare sein einziger Prophet!" Lessing hatte mit Hilfe deS großen Briten Deutschland von falschem Götzendienst befreit. Dieser falsche Dienst galt der französischen Allongen- Perücke. Ihre Herrschaft ward gestürzt, die Begeisterung der deutschen Jugend machte der Pompadourpoesie ein Ende. Aber Lessing wollte nicht für sein Volk den einen Sklavendienst mit dem andern vertauschen; er wollte, indem er an der Gesundheit des Briten, an der stillen Würde der Alten die Krankhaftigkeit der französischen Aftermuse nachwies, seinem Zeitalter die Bahnen der eigenen Schöpfung eröffnen. Göthe hatte seine Noth, zu sich und den Interessen seiner Nation zu kommen; die kritischen Enthusiasten schrieen noch immer: „Shakspcare!" und blieben in starrer Anbetung des Niesen von Altengland befangen. Es waren, wie immer, die unfruchtbaren Naisonneurs, die diesen Götzendienst festhielten, aber es waren zu jener Zeit, wie gesagt, gutmüthige Phantasten. Heutzutage sind es Männer der philosophischen Doctrin, vie das Geschrei fortsetzen, Männer mit Schwung und Umsicht, vom Tiefstnn deutscher Systeme genährt, im Scharfsinne kritischer Debatte geübt, von der Göttlichkeit
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