Englische Dichter der Menzeit.
I
P,>r>>» »nv Shelley. — Ihr« Nachahmer «nd Ncgn-r. — Laien unr> ««stheliker. - Die romantische Schale n»d dir Vyrik. — Unglaube »nd PanlhciSmuü. — Panil' Icle zwischen Vhro» und Shelley.
Die „Weltliteratur" ist ein >vahres Wort, wenn man nicht etwa annimmt, daß Göthe den Wiederaufbau des babylonischen Thurme? piophczeihen, sondern daß er ein Vorhandenes beim rechten Rainen nenneil wollte. Wie die Musik eine sympathetische Welt- oder Allein seclensprachc ist, so besitzt ja auch der Geist in seinen höchsten und tiefsten Tonen eine Art Musik, die Gewalt über daö Herz aller Völ- ker hat, alle an ihre ursprüngliche Verwandtschaft erinnernd. Es ist kleinlich, wenn man sich diesen Kosmopolitiömuö des Geistes nicht ohne Entnationalisirung denken kann. Denn grade nur, waö tief >u>d fest in einem heimischen Boden wurzelt, kann zu so hohem Gipfel wachsen, daß es, den Horizont der eignen Scholle überragend, fernhin grüßt und Blüthen und Düfte streut. Die Weltliteratur bildet eine kleine Gemeinde von Geistern; welche Namen zu ihr zu zählen sind, darüber wird wohl häufiger unter Kunstlichtern, als unter empfänglichen Laien, ein Streit sein.
Unter den Dichtem, die England seit Shafspcarc geboren hat, gehört auch der poetische Alchymist, wie ihn Einige nennen, P^'p Bysshe Shelley in jene Gemeinde von Auserwählten. Seine Dich^ tungen sind zwar eine von Wenigen betretene zauberische WildMß und es scheint, daß sie dies lange bleiben werden; aber wenn auch nicht zu einer allgemeinen Popularität geeignet, sind sie doch von einer allgemeinen Wichtigkeit durch ihre tiefe Beziehung zu den Ideen- strömungen dieses Zeitalters. Shelley ist beinahe der einzige Dich" ter, den der Glaube an die unendliche Pcrfcctibilität der MensOctt, den die neuen Glückseligkeitsträume und alle damit zusammenhängenden socialen und religiösen Umwälzungsidecn gefunden haben. Nin ein so kühner und gläubiger Träumer konnte jene Visionen bis