Tage b u ch.
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Aus Berlin.
Gnipvc und Klein. — Der SommcrncichtStrcinm und Ticck. — Mendelssohn.
Unter der Bezeichnung „Künstlcrnovellc" erschien hier ein Buch: Semida, der Selbstdenker. Ich weiß nicht, ist Herr Gruppe vielleicht der Verfasser.? Ein gewisser manierirter und künstlich gequälter Styl, in dem es geschrieben, ist freilich mehreren hiesigen Federn eigen. Bon Klein ist es nicht Klein ist zu originell, zu phantastisch keck in seinen Behauptungen, zu genial coquett in seinem Ausdruck; er kann sich nicht verläugncn. Klein erkennt man sofort, auch wo er die Augen zudrückt; seine phantasiereichen, aber oft schwindelnden Kunstbetrachtungen zur Zeit früherer Ausstellungen in der Acadcmie sind bekannt genug geworden. Auch dies Buch, das sich mit Unrecht Novelle nennt, hat im Kunstraisonnement seinen Stoss, nimmt seine Motive von kritischen Aeußerungen über Bilder der letzten Saison, knüpft namentlich bei einer Debatte über Lessing's Huß, über Gallait und Biüfv« seine Gespräche an. Die Figuren, die sie führen, bleiben uns eben so nebelhaft, als die Grundsätze der Aesthetik, auf denen das Raisonncment beruht, uns unklar sind- Der Verfasser setzt den Zusammenhang in seinen Ansichten voraus, und das ist linkisch genug. Manche Aeußerungen, besonders über Rubens, sind sehr paradox. Ueber Rembrandt finden wir ein sehr glückliches Urtheil. — Das Novellistische im Buche ist schwächlich und kaum der Rede werth. Nr. Klein sigurirt selbst unter den Gestalten, die auf der Ausstellung erscheinen. Er wird als ein tropischer Krauskopf bezeichnet, als Dichter eines neuen Scha^ spiels. „Ich erinnere mich'' — sagt Jemand im Buche — „eine Recension von ihm gelesen zu haben, besonders über einige früher aufgestellte Bilder von Delaroche, die mich interessirtc, nicht des Urtheils selbst wegen, sondern wegen des ungebä'ndigten Geistes, der sich darin offenbarte. Nicht selten ver- cl er durch ihn in die Fehler, welch- er so schonungslos bei mehreren Wer-