Der König von Schweden.
Eine biographische Skizze.
II»
Wir stehen bei der zweiten und wichtigern Hälfte des Lebens unseres Helden, an jenem Wendepunkte, wo er von seinem Vaterlande Abschied nimmt, um einem andern fortan ausschließlich anzugehören- Der Franzose hört auf, der Schwede beginnt. Verwandlungen dieser Art sind in der Weltgeschichte nicht selten anzutreffen) doppelt lehrreich aber sind solche Erscheinungen, wenn ein kräftiger, consequcnter Charakter dieser Metamorphose sich unterzieht. Doppelt lehrreich, weil auch der Privatmann in seinem stillen Leben sich oft in den Conflict zwischen den Pflichten zu dem Geburtslande und einem neuen Vaterlande, wohin ihn sein Schicksal führte, geräth. Er bedarf dann eines leuchtenden Beispiels vor Allem. Der Deutsche zumal, der unter allen Völkern am hänsigsten zur Auswanderung und Uebersiedelnng gezwungene, schwankt in seinen neuen Verhältnissen oft genug zwischen Kopf und Herz, zwischen Pflicht und Liebe.
Der neucrwählte Kronprinz von Schweden war kein träumerischer Deutscher, sondern ein entschlossener, thatcnlustiger Süd-Franzose. Gedrückt von seinem Verhältnisse zu Napoleon, der Frankreich nach einem andern Ziele leitete, als wohin es die Jugendträume und die Mannespläne Bernadotte'ö geführt zu sehen wünschten -
*) Siehe Grcnzboten Nro. 40.