T l! g e b u ch.
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Herloßsohn und sein „Morgenstern."
Seit dem ersten October erscheint endlich das früher als „Deutscher Michel" und dann als „Salamander" angekündigte neue Blättchen Hcrloß- sohn'S, unter dem Namen: „Der Morgenstern". Die „Elegante" begrüfite ihn mit der ominösen Frage: „Stern oder Keule?" Mit der Keule ist es bei den jetzigen Verhältnissen überhaupt Nichts; der wilde Mann Held, der in dieser Fcchtart das Aeußerste leistete, hat bekanntlich, als letzter Römer — capitulircn müssen. Held sprach wie ein Führer im Bauernkrieg; jede Zeile ein Manifest, jede Notiz wie das Bülletin eines Hauptmanns von zwanzig- tauscnd Mann mit Dreschflegeln und Sensen. Das war in Deutschland unerhört, auch der Erfolg war eS; denn die kleine „Locomotive" hatte mehr Abonnenten als die Augsburger Allgemeine Zeitung. Nach Held's Abgang glaubten Andere, z. B. der deutsche Courier, ohne so viel »erwogenen Mutterwitz, durch gleiches Format und durch die Masse politischer Nachrichten dasselbe Publicum sich zinspflichtig zu machen. In Herloßsohn's Absicht hatte dies nie gelegen; sein Element ist ein ganz anderes; statt Held's nackter Derb-, heit hat er einen gemüthlich pöantastischcn Humor, der das politische Treiben als eine, zwar nicht göttliche, aber höchst ergötzliche Komödie auffaßt. ^" der That vermag nur solch eine heitere Beleuchtung — oder eine tiefgehende praktische Tendenz — das in letzter Zeit Mode gewordene Allerlei-Feuilleton erquicklich zu machen. Die ersten drei Nummern des „Morgenstern" befasse» sich zwar wenig mit eigentlicher Politik, enthalten aber eine Fülle interessan- rer, neckischer, drolliger, witziger Notizen aus dem öffentlichen und geheimen Lebe»; außerdem einige pikant und gemüthlich erzählte Novelletten. Wir-pro- phezcihen dem „Morgenstern" ein langes Leben; sein Heller Strahl wird lang