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Tagebuch.
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1284
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T l! g e b u ch.

i.

Herloßsohn und seinMorgenstern."

Seit dem ersten October erscheint endlich das früher alsDeutscher Michel" und dann alsSalamander" angekündigte neue Blättchen Hcrloß- sohn'S, unter dem Namen:Der Morgenstern". DieElegante" begrüfite ihn mit der ominösen Frage:Stern oder Keule?" Mit der Keule ist es bei den jetzigen Verhältnissen überhaupt Nichts; der wilde Mann Held, der in dieser Fcchtart das Aeußerste leistete, hat bekanntlich, als letzter Römer capitulircn müssen. Held sprach wie ein Führer im Bauernkrieg; jede Zeile ein Manifest, jede Notiz wie das Bülletin eines Hauptmanns von zwanzig- tauscnd Mann mit Dreschflegeln und Sensen. Das war in Deutschland un­erhört, auch der Erfolg war eS; denn die kleineLocomotive" hatte mehr Abonnenten als die Augsburger Allgemeine Zeitung. Nach Held's Abgang glaubten Andere, z. B. der deutsche Courier, ohne so viel »erwogenen Mutter­witz, durch gleiches Format und durch die Masse politischer Nachrichten das­selbe Publicum sich zinspflichtig zu machen. In Herloßsohn's Absicht hatte dies nie gelegen; sein Element ist ein ganz anderes; statt Held's nackter Derb-, heit hat er einen gemüthlich pöantastischcn Humor, der das politische Treiben als eine, zwar nicht göttliche, aber höchst ergötzliche Komödie auffaßt. ^" der That vermag nur solch eine heitere Beleuchtung oder eine tiefgehende praktische Tendenz das in letzter Zeit Mode gewordene Allerlei-Feuilleton erquicklich zu machen. Die ersten drei Nummern desMorgenstern" befasse» sich zwar wenig mit eigentlicher Politik, enthalten aber eine Fülle interessan- rer, neckischer, drolliger, witziger Notizen aus dem öffentlichen und geheimen Lebe»; außerdem einige pikant und gemüthlich erzählte Novelletten. Wir-pro- phezcihen demMorgenstern" ein langes Leben; sein Heller Strahl wird lang