Briefe.
I.
Alls Frankfurt.
Schwalben und Buben. — Die Stadt der Kronen. — Die Schriftsteller. — Frankfurter Journal und DidaScali». — Die ObcrpostamtSzcitmig und ihre Redaction. — Da« ConvcrsationSblatt und der Taunus. —
Man könnte sagen, in unserer guten Stadt vertreten die Buden die Stelle der Schwalben. Wenn eö im Liede heißt: Die Schwalbe kommt, die Schwalbe flieht, der Frühling naht, der Sommer zieht: so heißt eS hier: die Messe kommt, die Messe zieht, der Frühling naht, der Sommer zieht. Die Schläge der Art, welche die letzte Bude der Septembermesse niederwerfen, sind zugleich das erste Klopfen des herannahenden Herbstes. Der diesjährige Herbst ist dieser alten Regel treu geblieben, er hat seine naßkalten Umschläge unserer Stadt alsogleich nach Beendigung ihrer Meßgeschäfte um den Kopf gelegt, wahrscheinlich um sie von der Aufregung und der Fieberhitze der Meßanstrengungen zu curiren. Indessen hätte^er sich die Mühe ersparen können. Die Messe war kühl genug, und was das Schlimmste, sie wird, wie leicht vorauszusehen, mit jedem Jahre kühler werden. Leipzig ist der Erbe Frankfurts geworden. Seitdem der Zollverein die vielen Barrieren zwischen Süd-Mittel- und Norddeutschland aufgehoben, hält den Verkäufer wie den Käufer Nichts mehr ab, mit seinen Waaren und seinen Bedürfnissen sich dem größeren Sammelplatze zuzuwenden, wo jener mehr Abnehmer, dieser größere Auswahl und durch die größere Concurrenz auch günstigere Preise zu finden hoffen kann. Ist erst das große projectirte Eisenbahnnetz verwirklicht, dann ist es um den Frankfurter Waaren-Markt vollends ge-