Friedliche Reisen in Spanien.
Von keinem Offizier,
Ein spanischer Omnibus. — Daö Nachtlager im Etcnrial. — Der blinde Führer. — Die Fürstcngrnft.— Die sieben Todtsiindcn von Ccllini. — Casa drl. Principe.— Eine spanische Wirthin. — Gemäldcgalleric.
II.
Im August 1557, am St. Laurentiustage, besiegte der Herzog von Savoycn die Franzosen bei St. Quentin; ein Sieg, dessen Glanz fast den des berühmten Tages von Pavia verdunkelte. Vor der Schlacht hatte Philipp der Zweite gelobt, dem heiligen Laurentius eine Kirche und ein Kloster zu bauen. Der Märtyrer war auf Befehl eincS römischen Präfectcn, Cornelius Sccularis, gegeißelt und dann auf einen glühenden Rost gelegt worden: daher die eigenthümliche Form eines Rostes, die man dem Grundriß des Cscmial ge^ geben hat. So ist denn das Gebäude nicht älter als 300 Jahre. Man baute 22 Jahre daran und verwendete darauf eine Summe von 38 Millionen Thalern nach heutigem Gelde. 11,000 Fenster, 4000 Thüren und 17 Klöster zählt man in dein Gebäude. Seine Lage beschreibt Philipp 11. selbst in seinem heuchlerischen AuSspruch: '.Vom Fuße eines öden Berges aus beherrsche ich mit einem vier Zoll breiten Streifen Papier die Welt von einem Ende bis zum andern." Von Weitem gesehen, machen die gigantischen Verhältnisse durchaus nicht den gewaltigen Eindruck, den man vermuthen sollte. Eö scheint, als ob in seinen beiden Licblingsschöpfungcn, dem Eöcurial und der unüberwindlichen Flotte, Philipp 11. die Natur habe herausfordern wollen. Das Kloster kämpft gegen die Gebirgseinvde, die Flotte kämpfte gegen den Sturm. Aber die Natur hat. gesiegt- der Sturm überwand die unüberwindliche Flotte, der Hintergrund der Berge