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Deutsche Kriege im Frieden.
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Deutsche Kriege im Frieden.

„Die lange Friedcnszcit!" — „Der ununterbrochene Friede!" — „Acht und zwanzig Friedcnsjcchre!" — Man hat uns diese banalen Redensarten so lange vorgesagt, bis wir ihnen endlich glauben. Aber es gibt friedliche Kriege, die gefährlicher sind als bewaffnete Feldzüge, eben weil sie ruhig, ohne Geräusch und äußerlichen Schrecken um desto länger wühlen können.

Die lange Friedenszeit! Sehen wir, welche Nationen während dieser langen Zeit Deutschland den Krieg machten und noch machen, und mit wie wenig Vortheilen wir uns gegen unsre Feinde gewehrt. Vor Allem gegen England. Die Verträge von 1815 sind zumeist von England aus­gebeutet worden. Seit diesen acht und zwanzig Friedensjahrcn hat England all die Summen, die es in früherer Zeit zur Unterstützung der deutschen Kriege (die doch oft mehr in seinem, als in unserem Interesse geführt wurden) an Deutschland gezahlt, sich hundertfach wiedergeholt; statt mit Kanonen hat es uns mit seiner Industrie beschossen und das Aufblühen des deutschen Wohlstandes tiefer niedergehalten, als mancher Krieg. Wenn der deutsche Bauer, trotz der reichen Erzeug- nißfähigkeit seines Bodens, arm bleibt, weil diesen Erzeugnissen der Absatz nach Außen abgeschnitten ist, wenn Hunderttauscnde von Auswandrern jährlich ihrer Heimath den Rücken kehren müssen, weil der Ackerbau nicht ausreicht, um ihren Fleiß zu lohnen, weil die Industrie zu ohnmächtig ist, um ihre arbeitslustigen Hände zu be­schäftigen — wer ist der Urheber von all dem Elend? England ist's, das im tiefsten Frieden, wie ein Vampyr unser bestes Blut aussaugt, unsere Kräfte lähmt, und unter dem Scheine seiner per­fiden Freundschaft unser tödtlichster Feind ist. Wie oft hört man