Ostende und feine Badegäste
Im Au gu st.
Die Sonne nn» die konstitutionelle Opposition. — Politik der Badeärzte. — Die deut-
scheu Gäste. — Da» Leuchte» der See und der heilige JohmincS von Nepomuck. -.....
Ein Abenteuer. — Herwegh nnd der Minister BlitterSdvrf. — Ei» Enthusiast. —
Abermals bin ich der übermäßigen Hitze der Augustsonne glücklich entkommen. Die Sonne, der erste Minister dieser Erde, hat mit andern Erdenministern, die oftmals keine so großen Lichter sind als sie, das gemein, daß wenn nicht eine aufmerksam geregelte Opposition ihre Schritte bewacht, sie in einen Absolutismus verfällt, der alle Kräfte stocken macht. Ich gehöre nicht zu Jenen, welche der. Sonne oder wenigstens ihren irdischen Standeögcnossen stets die ärgsten Absichten beimessen; sie wolle unö auSsaugcn, zu Staub machen u. s. w. Die Sonne hat wahrscheinlich oft die besten Absichten mit uns, aber sie weiß nicht, daß zu viel scheinen, zu viel regieren, AlleS wieder verdirbt, was durch mäßige Wärme hervorgekommen. Wie lernte man sich auch sonst nach dem Herbst, nach dein Winter sehnen, wenn nicht die Sonne die Sucht des ZuvielregierenS hätte. Aber der Winter ist die konstitutionelle Opposition, welche der Sonne ihre Schranken zeigt. Zwar sind Schnee und Eis zwei radicale Deputate, deren Herrschaft, wenn sie lange dauern würde, alle Schöpfung vernichten mochte, aber in ihren Grenzen thun sie der Erde wohl und nach einem jedesmaligen Kampf mit ihnen, wird die Sonne mäßiger, der Frühling tritt ein, das heißt jene gute Epoche, wo die Kräfte volle Freiheit haben, sich zu entwickeln, selbständig und doch in harmonischem Verband. Im August aber, wo die Opposition gewöhnlich eingeschlafen ist und nur durch einen kurzen Hagelschauer hie und da sich äußert, da glaubt die Sonne ihre Macht wieder unbe-