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Tagebuch.
Seite
856
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T l! g e b u cij.

Notizen.

Z» den Wunden und Leiden des Journalismus gehören auch die Druckfehler. Ein Buch hat Zeit, den Weg vom Corrector zur Druckerei zehn Mal hin und her zu machen, bis es aus dieser Seclenwandcrung endlich rein und geläutert hervorgeht. Aber ein Journal, das in athemloser Hast keinen Augenblick zu verlieren hat, muß oft belastet mit den gröbsten Sünden vor dem höchsten Richter, vor dem Publikum, erscheinen. Und als ob Alles sich vereinigen wollte, um den Stand des deutschen Journalismus zu erschweren, sind wir auch diesen Druckfchlcrlciden stärker und unbarmherziger ausgesetzt, als unsere französischen und englischen Collegen. Die Pariser Journale wer­den fast ganz von Schriftstellern geschrieben, die in Paris selbst wohnen. Bei zweifelhaften Stellen, bei unleserlichen Manuscripten ist der Autor zur Hand, um bei ihm Rath und Aufschluß zu erhalten. In Deutschland jedoch, wo ein Journal aus Korrespondenzen und Beiträgen aus allen Wcltgcgendcn zusam­mengesetzt ist, da wird es bei dem besten Willen, bei der größten Sorgfalt nicht möglich, den Drucksündcn zu entgehen. Die meisten deutschen Journale haben daher kläglicher Weise die sogenannten Druckfehler-Verbesserungen, welche gewöhnlich die Rückseite eines jeden Buches schmücken, ganz aufgegeben. Im Grunde weiß der Leser am andern Tage nicht mehr der gestrigen Druck­fehler sich zu entsinnen, wozu ihn unnöthigcr Weise daran erinnern! Und welcher Mensch wird sich Zeit nehmen, in der vorgestrigen oder vorwöchentli­chen Nummer nachzuschlagen, wie Seite 3001 Zeile 112 von oben oder von unten die Stelle statt so und so eigentlich so und so heißen mußte. Obgleich nun die Grenzboten kein Tageblatt sind, so haben wir uns doch dieses Jour- nalvcrfahren zum Muster nehmen müssen; wir hätten gar zu oft Sünden zu bekennen! Die Grenzbotcn sind in der exceptionellen Lage, daß all ihr Ma-