Ein neuer Proc e si inBr »iffel.
Brüssel, Ende Juli. Es ist in diesen Blättern vor einiger Zeit über einen Proceß berichtet worden, der hier verhandelt wurde, und dessen Haupt-Interesse darin bestand, daß er einen tiesen Blick in die Moral oder vielmehr Unmoral der höheren Gesellschaftsschichten oder wenigstens gewisser Personen aus denselben zu werfen erlaubte. Wir wollen jetzt von einem neuen Processe sprechen, der zwar nur Personen auö dm untersten VolkSclasscn betrifft, der aber darum von nicht geringerer socialer Bedeutung ist, daher er auch in diesem Augenblicke hier alle Gemüther und Geister beschäftigt, von den obersten Behörden und höchsten Nechtöpflegern bis herab zu den niedrigsten Volksclassen. Die Journale haben in vollster Ausführlichkeit alle Verhandlungen desselben wiedergegeben; Bänkelsänger haben sich des Stoffes bemächtigt und verbreiten ihn in Liedern über das ganze Land. Mannigfache theoretische und praktische Discussionen knüpfen sich daran und werden vielleicht eine heilsame Reform in irgend einem Punkt des Lo<I<z herbeiführen. Und doch schien der Proceß ursprünglich nur ein ganz gewöhnliches Criminal-Ereigniß; aber die verhängnisvolle traurige Wendung, die er genommen, und die wahrhast providenticlle Fügung, wodurch, wenn auch spät, doch nicht cill- zuspät, die Unschuld enthüllt und die wirklich Schuldigen ans Tageslicht gebracht wurden, — das hat dem Proceß eine hohe juridische und sociale Bedeutsamkeit verliehen, um derentwillen eine kurze Darstellung desselben sür diese Blätter nicht ungeeignet erscheint. Zudem gehört, Gott und den Fortschritten des ^Gerichts - Verfahrens sei Dank, ein solcher Fall zu den seltensten gerichtlichen Ereignissen und
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