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Tagebuch.
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817
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T a g e b u eh.

i.

Eine neue deutsche Zeitschrift in Paris.

Man hat von vielen Seiten behauptet, eine deutsche Zeitschrift in Paris herauszugeben wäre ein Unsinn; man hat die mannigfachen Unternehmungen dieser Art, die alle zu Grunde gingen, als Belege citirt. Wir unsererseits glauben das Gegentheil. Eine deutsche politische Zeitung kann in Paris allerdings nicht aufkommen, da dem Bundcsgesctz gemäß der Eingang nach Deutschland ihr nur durch besondere Vergünstigung gestattet werden könnte; für diese Vergünstigung aber müßte sie so viel Zugeständnisse machen, daß sie, in Deutschland kein Mensch lesen würde. Deutschland aber muß für ein sol­ches Unternehmen immer der Hauprplatz des Absatzes sein. Die Deutschen in Paris, obgleich man ihre Anzahl auf 80,000 angibt, bilden kein Publikum dafür. Die Reichen darunter sind größtcnthcils so entnationalisirt, daß sie wie sie unverschämt genug sich ausdrücken, von Deutschland Nichts wissen wol­le». Was der deutsche Geschäftsmann in Paris von Deutschland zu erfahren nöthig hat, das sucht er in deutschen Blättern, die er entweder direct bezicht oder wenn er nicht splendid gcnug ist, bei Gagliani oder in einem andern Cabinct dc Lecture aufsucht. Die Handwerker, die untern Classen der deut­schen Ansiedler, bei denen mehr Nationalanhänglichkcit sich vorfindet als bei den Wohlhabenden, sind ihrer beschränkten Mittel und ihres beschränkten In­teresses willen sehr zweifelhaste Abonnenten. Abgeschnitten von dem deutschen Markt, wurzellos aus dem pariser Boden, ist daher ein deutsches politisches Journal in Paris ein Unternehmen, das todt geboren wird. Nicht so ist es aber der Fall mit einer literarischen wissenschaftlichen oder schöngeistigen Zeit­schrift. Da das politische Element in einer solchen nur eine untergeordnete Rolle spielt, so wäre ihre Zulassung in Deutschland mit weniger Schwierig­keiten verknüpft- Die Masse des Materials aber, das ihr auf diesen Feldern