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Tagebuch.
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744
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T a g e b u ch.

i.

Deutsche Einheit.

Deutschland ist einig!

Kein Mäuschen rührt sich mehr im Lande der sieben Professoren; Alles ist dort ruhig und stille. Der Herr des Hauses hat den Hausschlüssel abge­zogen und ist wohlgemuth nach seiner Heimath abgereist, um als Pair von England seiner Königin Treue zu schwören — ein souverainer deutscher Mo­narch! Und wer wagt es, an der Aufrichtigkeit dieses Schwures zu zweifeln'! Das Pfand ward vorausgelicftrt: Hannover schließt sich dem Zollverein nicht an. Halevy'S neue Oper, Carl VI., worin die famöse Stelle:

„Nie wird der Engländer in diesem Lnnde herrschen"

in Paris so vielen Lärm erregte, wird in Hannover nicht gegeben werden dürfen.

Deutschland ist einig!

Aber wenn Alles so still und ruhig im Lande der sieben Professoren ist, warum läßt man die armen Staatsgefangenen nicht los? Was hat man vo» ihnen zu fürchten? Und vor Allem, warum hat man denn einem Mann, der nur noch ein Jahr in Hast zu bleiben hatte und den man in beispielloser Großmuth auf freien Fuß gesetzt hat, warum hat man ihm diese Freiheit nur unter der Bedingung gegönnt, daß er nach Amerika auswandere, daß er seinem Vaterlande aus ewig entsage?

Warum? Weil dem Buchhändler Licsching in Stuttgart, der die Erlaubniß nachgesucht hat, durch Baiern reisen zu dürfen, diese Erlaubniß von der baicri- schen Regierung versagt wurde, da er im Jahre 1824 in demagogischen Verbin­dungen gestanden hat — denn'vergesset vor Allem nicht: Deutschland ist einig!

Aber von 1824 bis heute sind IS Jahre verflossen. Die Demagogie ist ein leere« Gespenst, an das kein Mensch mehr glaubt, an das kein Mensck