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Tagebuch.
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T a g e b u ch.

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(Die Aristokraten. Ein Roman von L. Dicfenvnch. Frankfurt a/M. Sancrländer I8^Z.)

Diesem Namen, den wir schon auf dem Titel einer trefflichen Gedicht­sammlung und unter mehreren in Zeitschriften zerstreuten Novellen gelesen haben, begegnen wir hier zum ersten Male im Gebiete des Romans. Wir haben daher versucht, uns aus dieser ersten größeren Production ein Bild von der Individualität des Schriftstellers zu entwerfen, eine Aufgabe, deren Lö­sung uns ziemlich leicht geworden ist. Denn selten noch haben wir ein Buch gelesen, in dem sich die Persönlichkeit seines Verfassers, sein Charakter, seine geistige Lebensweise, ja sogar äußere Erlebnisse so deutlich abspiegelten, als in diesem Roman. Man betrachte nur einmal alle Figuren desselben. Lauter licbhcrzige, wohlwollende, gutmüthige Menschen, mit denen es sich trefflich müßte leben lassen, wenn nur sie selbst, wir werden auf diesen Punkt noch einmal zurückkommen etwas mehr warmes Lebensblut in den Adern hätten. Die meisten von ihnen sind reine, makellose Tugcndhelden, Himmclö- lichter ohne irgend einen Erdenschatten; nur wenige Personen sind blos Son­nen, d. h. Lichter, aber mit Flecken. Aber auch diese letzteren haben nur so liebenswürdige Schwächen, ihre Abweichungen von der strengen Tugendbahn sind eben so nur Folgen wahrer Liebe, daß, eingedenk der evangelischen Worte, (sjuonism tlilexit miiltmn) wir auch diesen Personen ihre kleinen Fehler gern verzeihen und, da sie selbst aufrichtig die Vergangenheit bereuen, ihnen durch­aus nicht gram sein können. Ist das nun nicht, da man vom Geschöpf auf seinen Schöpfer schließen darf, der beste Beweis dafür, daß der Verfasser selbst ein überaus chrcnwcrther, menschenfreundlicher, wcichmüthigcr, im schönsten Sinne des Wortes humaner Mann ist? Weiter sodann aus den Roman-