Ein Besuch im Hanse der Gemeinen.
— Ich gehe in's Parlament . . Wollen Sie mich begleiten? Sie waren, wie ich glaube, noch niemals darin. Hält doch der geringste Kutscher, der eine Reise mit der Eisenbahn macht, es für eine Gewissenspflicht, das Räderwerk der Dampfmaschine zu untersuchen, die ihm eine so schwere Concurrenz macht und der er für den Augenblick sein kostbares Leben anvertraut. Muß nicht für Sie, der Sie sich mit Politik und Geschichte beschäftigen, der Mechanismus und der tägliche Umschwung der Maschine, die man die britische Constitution nennt, eine unüberwindliche Anziehungskraft besitzen?
Derjenige, mit dem ich sprach, ließ sich nicht lange bitten, um mir in's Parlament zu folgen. Auf dem Wege begegnete uns ein Reiter von hohem, aber magrem Wuchs und stark ausgeprägten Zügen. Er wankte auf dem Sattel ziemlich stark umher, wie Jemand, der eben nicht allzufest im Sattel sitzt. Mein Gefährte frug mich, wer dieser Mann sei, dem fast alle Vorübergehenden ihre Huldigung darbrächten, indem sie die Hand an den Hut legten.
— Kennen Sie ihn nicht? sagte ich.
— Ach ja, jetzt erkenne ich ihn, obzwar ich ihn niemals noch gesehen habe; nicht wahr, es ist der Herzog? Er ist, wie mir scheint, schon sehr alt.
— Volle vierundsiebenzig Jahr; aber sein Bruder, der Marquis Welleöley, war zweiundachtzig Jahre alt, als er starb. Es läßt sich nicht läugnen, daß die Hand der Zeit schwer auf diesem ehrwürdigen Haupte ruht, aber man kann trotzdem in seinen edlen und festen Gesichtözügen noch den Mann erkennen, der so viel Schlachten gewonnen und fast unbesiegt war, bis ihm O'Connell in der Katholiken-Emancipation die erste große Niederlage beibrachte. Die Wellesley's waren übrigens immer eine merkwürdige Familie.
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