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Tagebuch.
Seite
576
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T a g e b u eh.

i.

Aus Cöln am Rhein.

.... Jedenfalls wird der Landtag, wenn auch kein wichtiges positi­ves Resultat ihm folgt, den Vortheil bringen, daß der König die Stimmung und die Wünsche der Rhcinprovinz unzweideutig kennen lernen wird. Die Presse reicht aus innern und äußern Gründen nicht aus. Was der Schecre der Censur entgeht, das sucht man auf andere Weise zu entkräften, indem man es verdächtigt und als das Geschrei Einzelner darzustellen sucht. Die Mythe erzählt, daß die Kuretcn nach der Geburt des Zeus, um sein Geschrei nicht zu Ohren seines Batcrs gelangen zu lassen, mit ihren Schilden und Waffen einen solchen Lärm machten, daß der erhabene Kronos in der That Nichts von dem, was da unten vorging, merken konnte. Das Kunststückchen ist etwas alt; aber man hat es in neuester Zeit wieder hervorgesucht. Sie wissen, daß in unserm Ministerium einige Leute angestellt wurden, welche unter der Form vonBerichtigungen" die Journalisten mit dem Lineal auf die Fin­ger schlagen, wenn sie sich nicht hübsch gut und fromm aufführen. Sobald irgend eine Zeitung in den Provinzen einige Stoßseufzer und ein leises Ge­wimmer über diesen oder jenen Mißgriff der Regierung sich entschlüpfen läßt, kommen diese Kuretcn und machen mit ihren Schilden und Linealen das com- mandirte Geräusch. Die da unten schreien Herr, das sind keinesweges die Rechten, sondern die Linken; diese Stimmen kommen nicht aus dem Wolke, aus der Masse der öffentlichen Meinung, sondern nur aus den Kielen müßiger Zeitungsschreiber, die ihrer Galle Luft machen wollen, denen wir aber sogleich die Köpfe zurecht setzen werden. So haben diese Kureten den armen Hermes bei Seite geschafft; nicht Hermes, den Sohn der Götter, der die Lyra erfand und den Argus tödtete, sondern unsern armen, höchst menschlichen Karl Hein-