Der Proceß Caumartin - Sirey - Heinefetter.
Von einem Augenzeugen.
Zweite Abtheilung.
Dritter Tag der Gerichtsverhandlungen. (Forts.) Die Reihe der Entlastungszengen, welche die Caumartinsche Familie mit einem ungeheuren Kosten-Aufwand von den entferntesten Orten herbeigeschafft hatte, beginnt mit Dr. Ledeboer aus Rotterdam, der den Angeklagten in letzterer Stadt ärztlich behandelt hat. Er erklärt, daß er mehrere Kontusionen, eine Wunde an der Stirn und eine am Schenkel bemerkt hat; ob letztere tief, konnte er nicht sehen, da sie geschwollen war. Er glaubt, daß dieselbe von einem solchen runden Messer, wie die ihm vorgezeigten sind, verursacht sein konnte. Das von Seiten des Angeklagten deponirte Hemd wird vom Zeugen als dasjenige erkannt, das derselbe damals gesehen. Auch erklärt der 0r. Ledeboer, daß er Caumartin zur Ader gelassen und ihn aufgefordert hat, in Rotterdam zu bleiben, um sich größere Pflege angedeihen zu lassen.
Friedrich Walter, Gastwirth in Rotterdam, sagt aus, Caumartin habe bei ihm logirt, habe sich über Schmerzen am Kopfe beklagt, wo er eine Wunde hatte; der Diener des Zeugen habe ihm gesagt, daß er, als der Arzt Caumartin besuchte, eine Wunde an dessen Schenkel gesehen.
Es folgen nun eine Reihe von Zeugen, deren Aussagen alle mehr oder minder darthun, daß der verstorbene Sirey ein überaus heftiger, ausbrausender und gewaltsamer Mensch war. So war er z. B. Vormund eineS Fräulein von Roissy, einer Sängerin, die auch in Brüssel aufgetreten. Obgleich nun ein Arzt aus Paris aussagt, er sei zu Fräulein Roissy gerufen worden, um Wunden zu consiati- ren, die ihr Sirey beigebracht, so zeigt er sich doch andererseits als