Der Adel in Oesterreich.
Erster Artikel.
Aus Wicu. —
Ä^vei n'«Z8t pas »II livrv, c'«Z8t UN evvuemkiit — sagte Fürst Metternich zu Jemand, der ihm von dem (so eben in zweiter Auflage erschienenen) Buche: „Oesterreich und dessen Zukunft" sprach. Man war bisher gewohnt, den Ruf nach Reform als nur von den untern Classen der Gesellschaft ausgehend zu betrachten; in diesem Buche ertönt zum Erstenmale ein Schrei aus der Mitte des Adels, nicht etwa des niedern, verarmten, sondern des höchsten, privilegirten, reichsten Adels. Es ist längst kein Geheimniß mehr, daß der Versasser dieser Schrift einem der ältesten und reichsten Adelsgeschlechter Böhmens angehört und daß er nicht etwa ein junger, reformliistigcr Feuergeist, sondern ein reifgeprüfter, mit ernsten Studien beschäftigter Mann ist, der den Sechzigen nahe steht. Dies gibt dem Buche eine Bedeutung und eine Wirkung, wie kein ähnliches seit dem Jahre 1830 — mit Ausnahme etwa der Spaziergänge eines Wiener Poeten — sie hatte. Die demokratischen Elemente, die in allen aus und über Oesterreich erschienenen Oppo- sitionsschriften gewittert wurden, hat die Aristokratie immer gegen dieselben mißtrauisch gemacht, und der einflußreichste Theil unserer Gesellschaft fand wenig Behagen daran, sich solchen Bewegungsideen anzuschließen. Hier aber, wo Einer aus ihrer Mitte als Sprecher auftritt und neben den Reformen in der Verfassung und der Verwaltung besonders eine höhere Wahrung des AdelSprincipS m Anspruch nimmt, hier fällt jeneö Mißtrauen weg und der Sprecher findet allenthalben offne und geneigte Ohren., Es mag Manchem sonderbar vorkommen, wie man in Oesterreich, dem „Eldorado der Adelsgeschlechter" noch von einer Steigerung des aristokratischen
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