T a g e b u eh.
i.
Revue der Presse.
Seitdem man auch gegen die Augsburger Allg. Zeitung einen Bannstrahl geschleudert hat, ist es wohl mit dem Wortspiel von einer guten und schleckten Presse zu Ende. Dieses neue Beispiel lehrt: cs gibt gar keine gute Presse. Der verschärfte Censurzwang, welchem die Augsburger in letzterer Zeit heimgefallen, ist vielleicht noch bedeutsamer und wichtiger, als das Verbot der Leipziger Allgemeinen, der Hallischcn Jahrbücher und der Rheinischen Zeitung. Gegen letztere konnte man doch von conservativem Gesichtspunkte aus Einwendungen machen. Das übertriebene Geschrei, man wolle Kirche, Staat und Thron untergraben, fand doch wenigstens hie und dä seine Argumente. Was soll man aber zu dem Krieg gegen die AugSburgcr sagen, gegen ein Blatt, das den konservativen Principien oft mehr Zugeständnisse machte, als in seinem eigenen Interesse lag, und das in der letzteren Zeit die Zielscheibe war, gegen welche fast alle liberalen Blätter ihre Pfeile richteten. Ein Blatt, dem Oesterreich den Zutritt in seine Staaten erlaubt, soll von Preußen bedroht werden! Von Preußen, das sich als der Hccrd der deutschen Gcistesbewegung gerirt, von Preußen, das selbst in seinem letzten, so niederschlagenden Censur- Edicte noch die Worte stehen ließ, — daß cs „keine ernsthafte und bescheidene Untersuchung der Wahrheit hindern wolle."! Die Augsburger stand allerdings bereits seit einiger Zeit zu München in einem gespannten Verhältniß. Obgleich sie manche Zugeständnisse dem Lande, in welchem sie gedruckt wird, gemacht hat und über manche Lokalangclegenhcitcn, Bauten, Malereien und Hoffeste, die man gar nicht in ihren Spalten zu suchen berechtigt war, sich breit ausdehnte, um sich gefällig zu zeigen, so schien man ihr doch mehr zuzumu- thcn, als ihr zu thun möglich war. Indeß wäre dies doch immer kein Grund
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