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Die neue Oper von Halevy.
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Die neue Qper von Halevy.

Aus Paris.

Die Märzsonne hat auf die großen Theater gar heiß herabge­schienen; im THMre l'r-m^is Victor Hugo'S Burggrafen, in der großen Oper Halevy's Carl VI. Zwei Novitäten, so lang erwar­tet, mit so großen Posaunenstößen im Voraus angekündigt, mit so großen Kosten in Scene gesetzt und fast mit gleichem Schicksal vom Publikum aufgenommen. Ich sage fast, weil man leicht das Pro­gnostikon stellen kann, daß die Halevysche Oper sich länger auf der Bühne erhalten wird, als daS Hugo'sche Drama, da in ersterer das Süjet der französischen Geschichte entnommen ist und der Dichter des Bucheö die in diesem Augenblicke gegen England herrschende Aufregung für das Libretto auszubeuten wußte. Eine Stelle mußte sogar auf Befehl deS Ministers geändert werden, es heißt nämlich ursprünglich im Terte, wo von dem Joche die Rede ist, in welchem England zur Zeit des sechsten Carl's Frankreich hielt, ungefähr der Art- Frankreich haßt der Fremden Joch und Sklavenkette! Einst erhebt die Freiheitssonne sich von ihrem Bette, Und das alte Schlachtgeschrei ruft alles Volk zu Haus: Krieg den Briten! Gegen England auf! Der Minister wollte den Krieg gegen England nicht passiren lassen und drohte, trotz der 100,000 Franken, welche Herr Pillet auf die linse en scono der Oper verwendet hatte, die Vorstellung zu verbieten, wenn man nicht die letzten Worte, die leicht Veranlas­sung zu Ercessen geben könnten, änderte. So mußten die Sänger schnell die Phrase:

Krieg den Feinden, gegen die Tyrannen auf! der ursprünglichen unterschieben. Es ist leicht einzusehen, daß grade diese Stelle am meisten Glück machte, und in der That gehört sie auch zu den wenigen, welche das Publikum in Bewegung setzten. Es gibt in den fünf langen Acten der neuen Halevyschen Oper