Die Krauzosen mW ihre Berühmtheiten.
Eine Reihe von Portraits, »l.
Lamennais«
Meinen Ueberzeugungen, Freier Wahrheit, hohem Recht, Wollt' ich sonder Beugungen Treulich folgen grad' und recht.
Vcmchcigcn v. Ensc.
Wenn man das Portrait N. F. Lamennais' mit dem Portrait des Ucberfetzerö seiner I'-rroles ü'un Lroviuit, Ludwig Borne's, vergleicht, so wird man wunderbar frappirt von der Aehnlichkeit der nußern Erscheinung dieser beiden, auch in so manchen geistigen Beziehungen wahlverwandten Köpfe. Ein kleines Männchen, schwach von Körper, auf bleichem, abgemagertem Gesicht ein tiefausgeprägter Stempel des Leidens und der Resignation — paßt das nicht eben so gut auf den deutschen, wie auf den französischen Agitator? Eine glühende Begeisterung für Alles, was groß und erhaben, was edel und schön ist, ein seuriges Streben nach Recht und Freiheit und zwar nicht für sich, sondern in hingebender Aufopferung des eigenen Selbst nur für Andere, für das Vaterland und das Volk, und doch kein praktischer Erfolg, keine wirkliche Errungenschaft, keine fortwirkende Thatenreihe: — war das nicht das traurige Loos des edlen Börne, der in diesen fruchtlosen Kämpfen sich aufzehrte und ist nicht auch Lamennais' Schicksal dasselbe?
Wir werden im Lause dieses Aufsatzes Gelegenheit haben, die Ursachen zu entwickeln, warum Lamennais' Streben so erfolglos geblieben ist; eine derselben jedoch, die er mit Börne gemein hatte, wollen wir deshalb schon hier am Eingang erwähnen. Es ist dies jenes Jsoliren, das bei leicht verletzbaren Gemüthern so begreiflich ist, das sie aber ihres Einflusses auf die Gesellschaft beraubt und