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Münchens Kunst und Künstler : zwölf Briefe
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Münchens Kunst und Künstler.

Zwölf Briefe

von

»r. Heinrich Merz.

Sechster Brief.

Dc>' Geist der Zeiten und seine Denkmale. Künstler,' Mäcenc und Voll. D!c Gegenwart >md ihre Dichter. Die Gemälde in den königlichen Gemächern. HiltcnSpergcr und Zuliuö Schnorr. Die Nibelungen. Historische Bilder,

Ein Geist, eine Weltanschauung war es, in der die alten Künstler lebten und wirkten. Dieser einige Geist war der Puls­schlag einer in sich einigen und festgeschlossenen Zeit, die sich von ihm ihr Monument setzen ließ. Des Monumentes würdig ist nur das seine Zeit Belebende und Bewegende, nur das Große und All­gemeine. Das Kleine schmückt Anderes und läßt sich von Anderem schmücken. Das Große ist sein eigener Schmuck, wie seine eigene That, es ist nicht für Anderes, nur für sich selber da, es dient nicht der Zeit, nicht dem augenblicklichen Genusse, sondern dem ewi­gen. So ist es nicht Sache der Laune und Willkür, sondern der innersten Nothwendigkeit, die in sich Selbstbestimmung, Origi- nalität ist.

Jede wahre Kunst ist eine monumentale. Alles Große und Lebenskräftige strebt heraus in die Oeffentlichkeit, die ihm allein das volle weite Feld für seine Krastäußerung bieten kann. Nur das Kleine bleibt-zu Hause in dem engen Versteck, den es eben auszu­füllen und zu beherrschen vermag. Wo also ein großer Geist durch eine Zeit und ein Volk zieht, da verkündigt und verewigt er sich in öffentlichen großen Monumenten. Der griechische Geist baute um seine Plastischen Schöpfungen die göttlichen Tempel, der römische,

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