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Tagebuch.
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T a g e b u rh.

i.

Neue B ü ch e r.

Dramatische Litcraiuri Schiller'S Don EarloS nach dessen ursprünglichem Entwnrf. Han­nover, Hclwmg'sche Hofbuchhani-lunz I»-i2. Shakspcare als Vermittler zweier Nationen, Stuttgart, Cotta, ISiS.

Kann man die Urausgabe von Schiller's Don Carlos ein neues Buch nen­nen? Der ungenannte Verfasser des vorliegenden Buches hat den ursprüng­lichen Entwurf mit den beiden späteren Bearbeitungen zusammengestellt und so der Form nach die Schiller-Literatur mit einem neuen Buche vermehrt. Die in den letzten Jahren erwachte Liebe zu Schiller, behauptet er in der Ein­leitung, die außerordentliche Verbreitung seiner Werke, der Schillercult, wie er es nennt, ist selbst ein Ereigm'ß, nicht blos eine Folge von Ereignissen. Durch Schiller, sagt er, ist eine deutsche geistige Bildung möglich geworden und durch ihn sind die betrübenden Gebrechen, an denen Deutschland durch das Undeutschc seiner Volksbildung leiden mufite, für immer abgestellt." Bei aller Verehrung, die wir für den deutschen Genius in Schiller hegen, gchi doch obige Behauptung über unsern Glauben hinaus. An Schiller hat sich der Gedanke der Freiheit wieder entzündet, er ist der wahrste, tiefste, ideen­reichste unserer Dichrcr, und die Schätze seines Geistes sind noch keineswegs in der deutschen Bildung aufgegangen. Doch sind wir weit entfernt, mir Schiller schon für immer eine gebrechenlose deutsche Volksbildung errungen zu haben; dazu fehlen noch Thaten, staatliche Bande und mächtige, Schillcrschc Gefühle und Entschlüsse, um die Engbrüstigkeit der Gelehrten und Philister zu heilen.

Der Don Carlos ist nach dem Herausgeber, wie er sich in seiner gründ­lichen deutschen Manier ausdrückt, eingleichsam prophetisches Gedicht, eine