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Herr v. Sternberg und seine Berliner Figuren : ein Literaturbrief aus Berlin.
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Herr v Sternberg und feine Berliner Fignren

Ein Litevaturbrief aus Berlin.

---^ie wünschen, ich solle melden, was man hier in der

Gesellschaft über literarische Dinge meint. Sie setzen mich in Ver­legenheit, und so will ich Ihnen eben den Bericht erstatten, daß wir uns in Verlegenheit befinden. So wenig wir hier in der Journalistik zu einer gedruckten, wahrhaft öffentlichen Meinung ge­kommen sind, so wenig kann hier von einer gesprochenenMeinung des Salons" die Rede sein. In Wien ist eine solche weit eher möglich, dort wird das Urtheil, das die Bildung abgibt, sogar leickt canonisch, weil die Gesellschaftsmasse eine feste, in sich gesicherte ist. Aber das höhere Wien liegt fast außerhalb deutscher Zustände, eS ist ein Gemisch von italienischem Müßiggang im Empfinden und französischer Frivolität im Denken, zu welchem die Naturlaute zu­sammengeraffter Völkerstämme barocke Zwischentöne liefern und ein wunderbar mannigfaltiges Concert abgeben. Das feste Herkommen der aristokratischen Lebensgesetze macht es möglich, daß man von einer Meinung der feineren Bildung in Wien reden kann. Aber die Bildung in Wien ist nicht deutsch; zur Halste wenigstens ist sie aus slavischen, italienischen und ungarischen Elementen zusammengesetzt. In Berlin ist die Bildung deutsch; die russischen Sympathien lasse» nach und der Herrscher, der sich den Namen Friedrich Wilhelm des Deutschen erwirbt, hat sogar aus dem deutschen Süden so viel Kräfte hier versammelt, daß Berlin wirklich -in deutscher Centralvunkt zu

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