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Die Franzosen und ihre Berühmtheiten
Eine Reihe von Portraits.
I.
Guizot.
Großes ewig muß der Mensch erzeugen, Weil zum Himmel auf sein Wesen strebt; Doch das Große muß der Zeit sich beugen, Der im Wuscn wieder Größtes lebt.
Wilhelm v. Humboldt.
Am achten April des Jahres 1794, drei Tage nach dem blutigen Siege, den Robespierre über Danton, Camille Desmoulins und ihre sich endlich zu milderen Ansichten hinneigende Partei erfochten, ward auch in Nismes das Schaffot aufgerichtet. Unter andern sollte auch das Haupt eines Advokaten fallen, der im Verdachte stand, den Ansichten deS entsetzlichen Triumvirats, Robespierre, St. Just und Collot d'Herbois, daS damals Frankreich beherrschte, abgeneigt zu sein. Durch dieses Todesurtheil ward eine der ehrenwerthesten Familien des Landes in Trauer und Betrübniß gestürzt, und eine trostlose Gattin rang die Hände und flehte zu Gott um Kraft, jene schmerzenreich« Stunde zu ertragen, in der sie zur Wittwe und ihre zwei Kinder zu Waisen gemacht wurden. Das älteste derselben, ein kaum sieben Jahre alter Knabe, trug auf seinem ernsten, nachdenklichen Gesichte das Gepräge einer frühreifen Vernunft. Dieses Kind nun, das keine Kindheit hatte, war Franz Peter Wilhelm Guizot. Am vierten October 1787 hatte er das Licht' der Welt erblickt und als ein Sohn protestantischer Eltern, denen die im Augenblicke seiner Geburt geltende, gehässige Gesetzgebung