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Historische Blätter aus Belgien :
(dem deutschen Geschichtsforscher zugeeignet.)
Seite
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»HistVrische Blätter ans Belgien.

(Dem deutschen Geschichtsforscher Schlosser zugeeignet.)

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Sobald ein Volk sich zur Unabhängigkeit emporgeschwungen hat, ist es natürlich, daß es über seine Vergangenheit sich zu be-- sinnen anfängt, um seine Rechte, seine Kräfte und den ihm gebüh­renden Rang nach derselben zu bemessen und in den früheren Zeiten die Ansprüche auf die Stellung, die es sich gegeben hat, aufzufinden. Es erwacht mit dem Bewußtsein der neuen Existenz und Freiheit der Wunsch, dieser errungenen Eriftenz durch die Geschichte ein Fundament zu geben; ein Volk, das sich zum ersten Male fühlt, mag sich in diesen: Gefühle stark genug dünken, seine Vorzeit wieder herauszurufen, um ihr denselben Geist zu leihen, der es augenblick­lich belebt und zu der That seiner Befreiung gespornt hat. DieS haben wir auch in Belgien gesehen. In wie vielen Reben, Zeit, blättern und Schriften ist nicht die Meinung verkündigt, Belgien^ das jüngst erstandene, sei von Alters her eine Nation gewesen; wie hell ertönte da nicht der Name des alten BelgiervoZkes, der schon zu Cäsar'S Zeiten und durch die Jahrhunderte des Mittel- alterö bis in die späteren trüben Tage der Diplomatie einen so ehrenvollen Klang gehabt habe! Ungeduldig fragten die Belgier nach ihrer Geschichte, sie wünschten zusammen eine Geschichte zu besitzen und vergaßen, daß sie dazu nicht mehr als den Anfang gemacht hatten, und daß dieser Anfang sie vielmehr vorwärts als . hinter sich zu blicken aufforderte. Was für Anlagen zu politischer und nationaler Gemeinschaft man auch in den Bewohnern der bel­gischen Lande finden mag, dies ist gewiß, daß der Glaube an einen belgischen Nationalcharakter von der Art, wie das Volk seine Un-

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