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T a g e buc
Plaudereien,
Brüssel im Juni, .
Das Brüsseler Theater war dieser Tage der Schauplatz eines Heftigen Kampfes. Eine junge Sängerin — Demoiselle Kuntz — wurde von der Administration für die diesjährige Theatersaison engagirt. Dem. Kuntz ist eine Deutsche, die noch nie die Bühne betreten hatte, welche aber ihre Gesangesausbildung in Paris bet mehren guten Meistern gemacht Hat. Ein junges achtzehnjähriges Mädchen, von Hoher, schlanker Gestalt, mit einer frischen, klangvollen Stimme, in Paris gebildet, würde für jedes deutsche Theater ein willkommener Fund sein. Aus französischen Bühnen, wo die Leidenschaft outrirt werden muß, um Eingang in das Herz der Zuschauer zu erobern, ist das Spiel und der Gesang eines unverdorbenen deutschen Mädchens zu decent. Dem. Kuntz> die Tochter einer achtbaren Familie, die aus ihrem elterlichen Hause zum Erstenmale auf die Bühne tritt, versteht noch die unglückliche Kunst der franzosi-- fchenTheaterheldinnennicht,mit den Augen so zu spielen,daß jeder Lieutenant im Parterre, und jeder Geck in den Logen glaubt, sie wende sich ganz allein an ihn. Die Administration, welche dieses fühlte, wollte nach den ersten beiden Debütrvllen den Contrakt rückgängig machen. Nach der französischen Theaterordnung ist es Aämlich Gebrauch, daß jedes neu engagirte Mitglied drei Debütrollen giebt, und daß der mit ihr abgeschlossene Contrakt erst dann seine Gültigkeit erhält, wenn es bei dem dritten Debüt von dem Publikum acceptirt worden ist. , Um nun die dritte Probevorstellung der Dem. Kuntz entschieden zu stürzen, soll—wie wenigstens im Publikum erzählt wurde—die Administration selbst Personen aufgestellt Haben, welche durch Zischen und Pfeifen die neue Sängerin empfangen und begleiten sollten. Andererseits Hatten viele in Brüssel wohnende Deutsche sich vorgenommen, die Ehre ihrer Landsmännin zu retten.
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