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Kritische Briefe an die Redaktion der Grenzboten. III. : Leopold Schefer.
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Kritische Briefe an die RedaLtiom der GrenzboteK.

Von Dr. F. lS. Äüh ne.

^ - M.

Leopold Schefer.

Die laüfende Kritik in unsern deutschen Recensiranstalten giebt sich den Schein von Gewissenhaftigkeit, indem sie Alles und Jedes be­spricht. Sie würde gewissenhafter sein, wenn sie Vieles verschwiege und nur das Hervorstechende erläuterte. Die literarische Produktion von heute ist zu Fabrikation geworden. In Vielem, was ein Autor von heute für den Tag absetzt, geht nur sein Schatten um, nicht sein Geist, sein freies, reines Ich. Man muß also gleichsam seinen guten Jahrgang abwarten, will man sein positives Wesen erfassen und erkennen. Einen solchen guten Jahrgang hat die Scheferschc Novellistik in der ,/göttlichen Komödie in Rom» gehabt (im ersten Bande der von Chlodwig herausgegebenen Vierteljahrcsschrist //die Weltgegenden," Cottbus bei Meyer).

Leopold Schefer hat mit dieser Novelle einen Brennpunkt gege­ben, der alle seine Gaben und Eigenheiten eben so in sich faßt wie von sich strahlt. Darum läßt sich an diesem Produkt seine Natur deuten. Schefer würde, lebte er in einem frühern Jahrhundert, eine neue Religion stiften. Danach sieht sein Schriftenthum aus, das nM ein Surrogat ist für die versagte Predigt in der Wüste, zu der die Völker wallfahrten müßten, um an dem Lausitzer Poeten einen Apostel zu 'haben, der die düstre Lehre vom todten Gott durch das Evangelium vom alle Zeit lebendig fröhlichen verdrängen möchte. Es' Ware eine Lenre von der Allgegenwart Gottes in allen Wesen, in

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