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Tagebuch.
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Lachner und die Franzosen, ,

Unser wackerer Lachner^ der liebenswürdige Meister so schöner und zahlreicher Melodien, ist schmählich angeführt. Wenn man seine Erklärung in der allgemeinen Zeitung liest, so ist man fast gerührt. Ein deutscher Comvonist zahlt die für un­sere Verhätnisse enorme Summe von 2,000 Franken einem französischen Librcttistcn für die Verfertigung eineö Operntcxtes. Der Franzose steckt sie ein, fließt von eleganten Redensarten über, dcklamirt von seiner Begeisterung für die deutsche Kunst, und verkauft, drei Wochen später, dasselbe Buch an einen französischen Comvonistcn, an Halev». Dieß ist die Geschichte der „Königin von Cppern," die Herr Lachner als „Catharina Cornaro" umarmt hat, und wofür er Herrn von St. Georges ein Honorar bezahlte, welches er, wann feine Oper an zwei großen deutschen Opern aufgeführt wird, noch immer nicht zurückhat, seine eigene Arbeit gar nicht gerechnet. Und was lehrt diese Geschichte? Erstens die unverschämte Unkenntnis; der Fran­zosen von unseren Umständen. Hätte Herr von St. Georges gedacht, daß man in Deutschland Haler.» eben so wohl kennt als in Paris, so hätte er vielleicht gezau­dert. Aber gewiß hat der Qpernbuchfabrikant gedacht, daß man dort unten in Deutschland /,!K-b»s cl->ns c<- x.175 noi'il", ganz abgeschlossen ist von allen frem­den Erzeugnissen, und darin hat der gute Franzose uns mehr Ehre angethan, als wir verdienen. Ja er hat gcwisscrmassen das Amt deö Nichters übernon men und hat unsere deutsche Ehre an der Unbill, die Herr Lachner sich zu Schulden kommen ließ, gerächt. Denn gestehen wir es nur: es ist ein gutes Stück Ehrenvcr- letzung, wenn der deutsche Tondichter bei einem französischen Librcttistcn dritten Rangs um einen Overntcrt betteln geht. Was mag Herr St. Georges in seinen Pariser Kreisen für spöttische Bemerkungen über unsere Literatur gemacht haben, Wie die deutschen Poeten belacht und verhöhnt Haben, die nicht einmal geschickt