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Tagebuch.
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bringt und Herr Alexander Dumas und seinesgleichen haben ganz andere Jndiscrctionen in ihren Im^ressions lls voMxs begangen, als unser Pariser Briefsteller.

T h o r w a l d s c n.

Die von allen Seiten mit vollem Rechte gerühmten Sonntagsblätter, welche Ludw. Aug. Frankl in Wien herausgibt, bringen namentlich sehr häu­sig höchst interessante Artikel im Gebiete der bildenden Kunst. Frankl selbst ist ein trefflicher Kunstkenner und hat seinen Geschmack auf Reisen durch Italien und den Umgang mit großen Künstlern geläutert und ausgebildet. Eine der letzten Nummern seines Blattes bringt aus der Feder des Redakteurs folgende Bemerkungen über Thorwaldscn:

Nicht leicht kann man zu dem Ruhme eines großen Bildners eine ent­sprechendere Erscheinung, als die des Thorwaldscn ist, sich denken: hoch und stämmig, aufrechte Haltung, weiße Haare, die gewaltig und reich wie Mähnen bis auf Nacken und Schultern fallen, blaue Augen, leuchtend, wie die des Braga, gesunde Färbung, nordischer Ernst in den Sügen, die tieftönende Sprache, all dies vereinigt sich zu einem Ganzen, das Ehrfurcht einflößt, und wäre er auch kein Nordländer, und sein Name nicht mit dem nordischen Gotte verwandt, man wäre an einen solchen gemahnt, wenn man durch seine Tem­pel zu diesen hat er seine drei Ateliers geweiht schreitet. Ich sah ihn zum ersten Male bei dem Abschicdsfestc, das die deutschen Künstler in Rom dem Professor Wagner aus Baiern nach Vollendung seiner schönen Basreliefs gaben, als er diesem einen Lorbecrkranz aussetzte, und ich zähle es mit zu den schönsten Erinnerungen, daß ich mit ihm, als seine Gesundheit ausgebracht wurde, anklingen durfte und abweichend von Makbcth darf ich nun sagen: Ich habe mit Unsterblichen zu Nacht gegessen."

Bei keinem Künstlerfcste fchltThorwaldsen, er ist der glänzende Punkt des römischen Künstlcrfestes, und wenn man ihn von Heiterkeit umstrahlt, wie beim Wagnerfeste, sich wie im Tanze lustig bewegen sieht, so glaubt man die Sage von ewiger Künstlcrjugcnd verwirklicht.

Thorwaldsen hat in zwei langen, lichten, Wagcnrcmisen ähnlichen Gebäuden die GipSabdrücke seiner meisten Werke. Hier stehen Christus und die Apostel, die im Geiste der besten Alterthümer entworfene Bergpredigt, sein Alcranderzug, die Grazien, die cmakreontischcn Basreliefs, Venus, die Statue