Briefe aus Wien.")
Erster Brief.
Die Staatseisenbahnen und die Privatunternehmungcn. Ungarn. 178» und 1842. Politische Reflexionen. Schriften über Oesterreich. Ein Duell-
Der eigentliche Mittelpunkt unseres gemeinsamen Lebens, der bedeutendste Fortschritt in sozialer Beziehung sind ohne Zweifel die Eisenbahnen, vorzüglich die Staatseisenbahnen, welche auf eine noch lange Zeit hinaus die Achse bilden werden, unk die sich das ohnehin nur spärlich gefristete öffentliche Interesse dreht. Dieser großartige Entschluß, der plötzlich in fertiger Riesenhaftigkeit vor alle Welt hintrat, verspricht das, was die Negierung in Brüssel für das kleine Belgien gethan, für das länverreiche Kaiserthum zu leisten. Denn Belgien und Oesterreich sind derzeit noch die einzigen Staaten, wo ein Eisenbahnnetz auf Staatskosten ausgeführt oder beschlossen wurde; ein Beispiel, dem sich nunmehr auch andere Länder, das scheinbar träge, aber innerlich doch stets thatfrohe Frankreich an der Spitze, erfolgreich anschließen.
An der Ausführung der bestimmten Bahnlinien in Oesterreich zweifelt gegenwärtig auch der ärgste Skeptiker nicht mehr, denn schon sind die drei Routen zwischen Mürzzuschlag bis nach Grätz, zwischen Olmütz und Prag und zwischen Brunn und Prag in Angriff genommen und die Generaldirektion, deren Chef der Hofrath Francesconi ist, und dem der bekannte Ingenieur Negrelli als Oberinspektor an die Seite gestellt wurde, hat den Befehl, in jedem Jahr mindestens dreißig Meilen Eisenstraße der Benutzung eröffnen zu
*) Nicht vom Verfasser der beschaulichen Briefe aus Oesterreich. D- R.
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